wissen.de
Total votes: 115
wissen.de Artikel

Tag des Pluto: Ein Zwergplanet überrascht die Welt

...

Fließende Gletscher und eisige Vulkane

Auf der Oberfläche des Zwergplaneten geht es zudem ziemlich dynamisch zu: Am Rand einer großen Ebene fließen Gletscher aus Stickstoff, Methan und Kohlenmonoxid die Hänge eines Gebirges aus Wassereis hinab. Wieso sie fließen und wie sie entstehen, ist bisher rätselhaft.  Und sogar Eisvulkane könnte es auf Pluto geben: Eine 3D-Kartierung von zwei mehreren Kilometer hohen Bergen zeigt, dass diese eine Art Krater auf ihrem Gipfel besitzen – ähnlich den Vulkankratern irdischer Feuerberge.

Falschfarbenbild des Pluto
Dieses Falschfarbenbild zeigt deutlich das auffallende Herz auf der Oberfläche des Pluto.

"Auf der Erde bedeutet dies normalerweise eines: Es handelt sich um einen Vulkan", sagt Oliver White vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field. Allerdings würde ein Vulkan auf dem Pluto keine glühende Lava speien, sondern stattdessen eine Mischung aus halbgetautem Wassereis, Stickstoff, Ammoniak oder Methan. Ob der Pluto wirklich echte Eisvulkane besitzt, ob sie noch aktiv sind und was sie speien, gehört zu den vielen spannenden Fragen, die wir bisher noch nicht beantworten können.

Was seine Größe anbelangt, ist Pluto aber inzwischen wenigstens ein bisschen rehabilitiert: Den Messungen der Sonde New Horizons nach hat er einen Durchmesser von 2.370 Kilometern – und ist damit unangefochten das größte bekannte Objekt im Kuipergürtel. "Die Größe des Pluto war seit seiner Entdeckung 1930 umstritten", sagt Bill McKinnon von der Washington University in St. Louis. "Wir sind froh, diese Frage nun endlich klären zu können."

NPO, 18.02.2016
Total votes: 115