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So gelingt der Börseneinstieg

Aktien gelten derzeit als einzige ertragreiche Geldanlage. Die Zinsen sind niedrig. Mehr noch: Sie werden nach aktuellen Ankündigungen der Zentralbanken bzw. Notenbanken und nach Einschätzung der Experten noch eine Weile niedrig bleiben. Das Sparbuch hat ohnehin ausgedient, Festgeldanlagen bringen nicht einmal einen Inflationsausgleich ein und andere Anlageformen sind ebenfalls wenig attraktiv. Aktien und Fonds geraten daher in den Fokus von Personen, die sich bisher um das Thema Börse gedrückt haben. Sie befürchten, dass eine Beschäftigung damit kompliziert ist, sie Fehler machen und so Geld verbrennen. Doch das muss nicht sein. Es gibt gute Online-Hilfen für den Einstieg und schon bei minimaler Einarbeitung können Neuanleger an der Börse kleine oder große Gewinne erzielen.

Symbolbild Börsenkurse
Um in den Kapitalmarkt einzusteigen, muss man kein Börsenprofi sein.

Wo können sich Einsteiger informieren?

Die meisten Online-Banken und Broker bieten ein reichhaltiges Angebot an Informationen und Tipps für Einsteiger. Neben Anleitungen für den Kauf von Aktien und anderen Wertpapieren gibt es Strategietipps und technische Hilfen, um das Trading zu lernen. Denn an der eigenen Verwaltung des Aktiendepots und damit einem Online-Zugang mit der Möglichkeit, in Echtzeit zu handeln, führt kein Weg vorbei. Nur so können Neuanleger von den aktuellen Kursen profitieren. Besonders leicht zu konsumieren, sind dabei Online-Seminare und sogenannte Broker-Seminare. Diese Webangebote erleichtern den Einstieg in das Thema Börse online und sind speziell für Anfänger ein Tipp. Denn in den Videos zeigen Expertinnen und Experten, wie Interessierte am besten beim Anlegen vorgehen, geben Tipps und erklären Strategien sowie wichtige Börsenbegriffe. Solche Anfänger-Seminare verstärken den Lerneffekt durch die visuelle Darstellung. Dadurch können selbst Personen die Zusammenhänge an der Börse verstehen, die bisher einen Bogen um dieses Thema gemacht haben.

Depot anlegen und Trading-Hilfen nutzen

Wer Aktien oder Fondsanteile kaufen möchte, benötigt ein Depot. Online-Broker, Direktbanken und Hausbanken haben entsprechende Angebote. Einsteiger sollten jedoch auf Broker und Direktbanken ausweichen, da die Depotgebühren sonst kleine Gewinne neutralisieren können. Die meisten Online-Anbieter stellen ihren Kunden bei minimalen Gebühren zusätzlich zur Depotverwaltung leistungsstarke Tools und Zusatzinformationen zur Verfügung. Diese sollten sich Einsteiger genau ansehen und nach Möglichkeit nutzen. Denn sie erleichtern die Trades und die Übersicht über die eignen Investitionen. So lassen sich komfortabel Alarme einrichten, Stop-Kurse zur Verlustbegrenzung oder Gewinnmitnahme setzen oder Informationen über bestimmte Wertpapiere direkt auf das Display bringen.

Womit anfangen: Aktien oder Fonds?

Aktien sind für Einsteiger häufig interessant. Gerade neue Investoren möchten gern an der Wertwicklung von Unternehmen wie Daimler, Telekom, Amazon oder Bayer teilhaben. Dennoch ist die Konzentration auf wenige Einzeltitel gerade am Anfang gefährlich. Fehlinvestitionen können einen Verlust bedeuten. Laufen die gewählten Aktien nicht gut, wäre bei einem Verkauf das Geld verloren.

Anders sieht es bei Fonds aus. Das sind aktiv oder passiv gesteuerte Aktienkörbe, die in der Regel eine Vielzahl von Einzelwerten beinhalten. Dadurch ist das Risiko gestreut. Läuft eine der darin enthaltenen Aktie schlecht, werden die dabei erzielten Verluste durch die Kursentwicklung der anderen zugehörigen Wertpapiere ausgeglichen. Solche Fonds gibt es für Branchen und Indizes sowie bestimmte Aktientypen, nach Herkunft, aber auch für Edelmetalle, Immobilien, Währungen, Staatsanleihen usw.

Der wesentliche Nachteil an Fonds ist, dass Anleger kein Stimmrecht bei der Aktionärsverhandlung der Einzelunternehmen haben. Ebenso erhalten sie keine Dividende. Diese fließt zur Fondsgesellschaft und wird dort in der Regel für neue Aktienkäufe für den Fonds genutzt oder über die Fondsanteile an die Anleger ausgeschüttet. Auch auf die Zusammenstellung der Fonds können Anleger keinen Einfluss nehmen. Allerdings ist für Einsteiger dieser Punkt sogar der Vorteil. Erfahrene Fondsmanager oder automatische Anlagesysteme greifen, sodass die Investoren sich nur für einen bestimmten Fonds entscheiden müssen. Den Rest erledigt die Fondsgesellschaft.

Achtung: Die meisten Fonds gibt es nur mit einem Ausgabeaufschlag gegenüber dem Tageskurs. Einige Online-Broker und Direktbanken bieten jedoch Nachlässe an. Es lohnt sich, bei der Fondsauswahl auf diesen Aufschlag zu achten. Denn er kann durchaus bei rund fünf Prozent liegen.

Fazit: Einsteiger reduzieren mit der Wahl von ein oder zwei Fonds ihr Risiko. Einzelne Aktien bieten dagegen Dividenden und Stimmrechte. Aber die Anleger müssen dann die Entwicklung der Papiere genau verfolgen, um bei schlechten Kursentwicklungen gegenzusteuern.

ETFs als schnelle und einfache Lösung

Ein ETFs – Exchange Traded Funds – ist eine Art Fond, der für Einsteiger noch interessanter ist. Denn diese Wertpapierart bildet einen Index wie den DAX oder den Dow Jones ab. Damit können Anleger also vom Kursverlauf des Index profitieren. Da darin stets eine große Zahl Einzeltitel enthalten sind, ist die dabei erzielte Streuung ähnlich wie bei normalen Fonds sehr groß. Zusätzlich gibt es eine klare Zuordnung, welche Papiere im Aktienkorb enthalten sind. Der größte Vorteil ist jedoch der Preis. Da ein ETF automatisiert zusammengestellt wird, fallen die Kosten für das Fondsmanagement nicht ins Gewicht. Häufig sind diese Wertpapiere daher nur mit einer äußerst geringen Gebühr versehen.

Sparpläne für Einsteiger

Besonders risikoarm sind Sparpläne. Dabei investieren Anleger in regelmäßigen Abständen eine kleine Summe in ein bestimmtes Wertpapier. Nach und nach wächst im Portfolio ein ordentliches Kapital heran.

Diese Form des Kaufs von Wertpapieren hat zwei ganz große Vorteile. Zum einen ist es so möglich, bereits mit geringen Summen ab ca. 25 oder 50 Euro monatlich nach und nach ein Vermögen aufzubauen. Zum anderen sind Sparpläne weniger anfällig für Kursschwankungen. Denn ist der Kurs niedriger, erhält der Anleger mehr Anteile für sein Geld. Ist der Kurs höher, bekommt er weniger. Steigen die Kurse, fallen die günstig erworbenen Anteile mehr ins Gewicht. Die bei einem hohen Kurs erworbenen Anteile haben dagegen einen geringen Einfluss auf die Wertentwicklung im Portfolio, was sich besonders bei fallenden Kursen positiv bemerkbar macht. Viele Broker und Direkt-Banken bieten Sparpläne außerdem zu einer sehr geringen Gebühr an. Das unterstützt das langsame, aber kontinuierliche Ansparen von einem kleinen Vermögen.

Einsteigen, aber mit kühlem Kopf

Für welche Anlageform sich Einsteiger auch entscheiden: Sie sollten bedächtig ans Werk gehen. Dazu gehört, sich online über Seminare, Tipps oder Lexika zu informieren, mit den Tools und Oberflächen des Brokers bzw. der Bank zu beschäftigen und eine Entscheidung für das eigene Investment zu treffen. Wichtig ist dabei, sich Limits zu setzen. Dazu gehört auch, dass Anleger stets nur das Geld nutzen sollten, das sie wirklich übrig haben. Ein Totalverlust darf niemals zu einer prekären finanziellen Situation führen. Darüber hinaus gilt die alte Börsenweisheit: Chancen nutzen, aber Risiken minimieren oder vermeiden. Wer das beherrscht, hat bereits viel gelernt und kann langfristig auf erhebliche Kursgewinne hoffen.

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