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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Abstimmung:
Durch Abstimmung findet in politischen oder sozialen Gremien die Willensbildung statt. Das Synonym
Votum
ist abgeleitet von der Partizipform des Verbs
vovere
„schwören“.
Es gibt unterschiedliche Arten, um den Mehrheitswillen festzustellen. Bei der
offenen Abstimmung
wird durch Handheben, Zuruf (als Fremdwort auch
Akklamation
aus lateinisch
ad
„zu“ +
clamare
„rufen“) oder Aufstehen votiert. Beim so genannten
Hammelsprung
im Deutschen Bundestag treten die Abgeordneten durch Türen, die mit „Ja“, „Nein“ und „Enthaltung“ gekennzeichnet sind. Diese schon im Reichstag der Kaiserzeit gebräuchliche Form kommt ursprünglich aus dem englischen Parlament. Die geheime
Abstimmung
findet dagegen mittels Stimmzetteln statt oder durch elektronische Stimmabgabe wie zum Beispiel im Europäischen Parlament. Zu einer
Kampfabstimmung
kommt es zwischen zwei Kandidaten für ein Amt oder zur Entscheidung über eine heftig diskutierte Streitfrage. Bei einer
Volksabstimmung
votieren nicht nur Abgeordnete, sondern sämtliche wahlberechtigte Bürger über eine politische oder sachliche Frage. Eine
Urabstimmung
findet ebenfalls ohne Wahlmänner statt, hier geben zum Beispiel alle Mitglieder eines Vereins oder einer Gewerkschaft ihr Votum ab. Der englische Begriff
ballot
(frz.
ballotage
) leitet sich aus der Art der Abstimmung mittels Abgabe schwarzer und weißer Kugeln her.
Mit dem Begriff
konzertierte Aktion
bezeichnet man das
abgestimmte
Handeln der Beteiligten in einem Vorgang. Darin steckt das italienische
concerto
, das auch die Abstimmung von Instrumenten bezeichnet.
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