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Rätsel des Alltags

Hochspannungsleitungen: Warum brummen sie bei Nässe?

Hochspannungsleitung
Hochspannungsleitungen

Schwingende Wassertropfen sind für das Brummen der Hochspannungsleitungen verantwortlich.

Auf dem Land oder in ruhigen Gegenden ertönt in der Nähe von Hochspannungsleitungen bei feuchtem Wetter ein seltsames Brummen. Manch einem Zeitgenossen, der in der Nähe von Hochspannungsleitungen wohnt, gehen diese brummenden Geräusche feuchter Hochspannungsleitungen mitunter schrecklich an die Nerven. Ursache sind schwingende Wassertropfen auf den Leitungen.

 

Wasser hat mehr "Swing"

Hochspannungsleitungen haben eine Frequenz von 50 Hertz. Sie schwingen demnach einmal in einer Fünfzigstelsekunde. Wassertropfen, die sich bei Regen, Nebel oder Schneefall an den Leitungen bilden, schwingen hingegen mit einer Frequenz von 100 Hertz, also zwei Mal innerhalb einer Fünfzigstelsekunde. Und während sie schwingen verändern sie sich in ihrer Gestalt.

 

Sichtbares Brummen

Ein großer Wassertropfen wird während einer Schwingungsperiode zwei Mal in die Länge gezogen und kehrt danach wieder zur ursprünglichen Kugelform zurück. Dieser Vorgang erzeugt das unangenehme Brummen. Schweizer Forscher haben dieses Phänomen sichtbar gemacht. Sie besprühten eine unter Spannung stehende Leitung mit Wasser und filmten diese mit einer Hochgeschwindigkeitskamera.

 

Eine Beschichtung kann Abhilfe schaffen

Bei den Experimenten der Forscher zeigte sich auch: Je weniger Tropfen auf der Leitung sitzen und je gleichmäßiger sich das Wasser auf der Leitung verteilt, desto leiser wurde auch das Brummen. Da es die schwingenden Wassertropfen sind, die das Brummen verursachen, hat man begonnen, an neuen Beschichtungen für Hochspannungsleitungen zu forschen. Sie sollen eine Tropfenbildung an den Leitungen möglichst unterbinden oder den Abtrocknungsprozess beschleunigen.

Dr. Alexander Stahr
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