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LEXIKON

Zinnemann

Fred, US-amerikanischer Filmregisseur österreichischer Herkunft, * 29. 4. 1907 Wien,  14. 3. 1997 London; seit 1929 in Hollywood tätig; drehte u. a. die Filme „Das siebte Kreuz“ 1944, „Die Gezeichneten“ 1946, „Zwölf Uhr mittags“ 1952, „Verdammt in alle Ewigkeit“ 1953, „Ein Mann zu jeder Jahreszeit“ 1966, „Der Schakal“ 1972, „Julia“ 1976, „Am Rande des Abgrunds“ 1982.
  • Deutscher Titel: Das siebte Kreuz
  • Original-Titel: THE SEVENTH CROSS
  • Land: USA
  • Jahr: 1944
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Helen Deutsch, nach einem Roman von Anna Seghers
  • Kamera: Karl Freund
  • Schauspieler: Spencer Tracy, Signe Hasso, Hume Cronyn, Jessica Tandy
Fred Zinnemann verfilmt das Schicksal von Konzentrationslagerhäftlingen in Deutschland.
Sieben Gefangene fliehen 1936 aus dem KZ Westhofen bei Worms. Der deutsche Lagerkommandant lässt sieben Kreuze errichten, um die Flüchtlinge nach ihrem Auffinden anzunageln. Der Suchaktion fallen sechs der sieben Häftlinge zum Opfer. Nur Georg Heisler (Spencer Tracy) kann entkommen. Während seiner Flucht muss er aber erkennen, dass Angst und Anpassung Deutschland verändert haben. Durch die Liebe einer Frau und die Unterstützung von Freunden kann er ins Ausland fliehen.
Zinnemann hält sich eng an die Roman-Vorlage von Anna Seghers, die das Buch im Exil schrieb. Er setzt reißerische Elemente sparsam ein, um die Ernsthaftigkeit des Themas herauszustreichen, vermeidet aber sentimentales Pathos und läßt Fakten und Bilder für sich sprechen. Tracy agiert sehr glaubwürdig in der zurückhaltenden Kulisse, die ein wenig zu idyllisch deutsche Landschaften zeigt.
  • Deutscher Titel: Zwölf Uhr mittags
  • Original-Titel: HIGH NOON
  • Land: USA
  • Jahr: 1952
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Carl Foreman
  • Kamera: Floyd Crosby
  • Schauspieler: Gary Cooper, Grace Kelly, Thomas Mitchell
  • Auszeichnungen: Golden Globe 1952 für Hauptdarsteller (G. Cooper), Oscar 1953 für Hauptdarsteller, New York Filmkritik 1952 für Film
Der Western »Zwölf Uhr mittags« ist schon beim Filmstart im Juli 1952 gut besucht und schlägt alle bisherigen Erfolge dieses Genres.
Sheriff Will Kane (Gary Cooper) will sein Amt nach der Hochzeit mit Amy (Grace Kelly) aufgeben. An dem Tag soll jedoch der Gangster Frank Miller in seine Stadt kommen, den Kane einst ins Gefängnis brachte. Kane flieht nicht vor Millers Rache und wartet auf den Zug, der ihn bringen soll. Amy droht, Kane zu verlassen, wenn er bleibt, und auch die Bürger der Stadt verweigern ihm die Hilfe. Als Miller um zwölf Uhr die Stadt betritt, stellt sich Kane dem Kampf und siegt. Er wirft seinen Mitbürgern den Sheriffstern vor die Füße und verlässt die Stadt.
Zinnemanns Film intensiviert das Geschehen durch die Einheit von Erzählzeit und erzählter Zeit: Beide betragen 90 Minuten. »Zwölf Uhr mittags« wird zum Kultwestern. Gary Cooper verkörpert den neuen Typ des Western-Helden, der an seinem Auftrag zweifelt, zuletzt aber die Gerechtigkeit schützt.
  • Deutscher Titel: Verdammt in alle Ewigkeit
  • Original-Titel: FROM HERE TO ETERNITY
  • Land: USA
  • Jahr: 1953
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Daniel Taradash, nach einem Roman von James Jones
  • Kamera: Burnett Guffey
  • Schauspieler: Burt Lancaster, Montgomery Clift, Frank Sinatra, Deborah Kerr, Donna Reed
  • Auszeichnungen: Golden Globe 1953 für Regie, Nebendarsteller (Frank Sinatra), Oscars 1954 für Film, Regie, Nebendarsteller, Nebendarstellerin (D. Reed)
»Verdammt in alle Ewigkeit« gilt nach der Premiere als großartiger Schauspielerfilm.
Soldat Prewitt (Montgomery Clift), vor Kriegsausbruch bei Pearl Harbor stationiert, wird von seinen Vorgesetzten schikaniert, weil er sich Anweisungen widersetzt, die seinem Gewissen zuwiderlaufen. Nur Sergeant Warden (Burt Lancaster) hat Verständnis für ihn. Als Prewitts Freund Maggio (Frank Sinatra) vom brutalen Sergeant Judson (Ernest Borgnine) so übel zugerichtet wird, dass er an den Folgen stirbt, ersticht Prewitt den Sergeant und desertiert. Nach dem Angriff der Japaner kehrt er zurück. Als vermeintlicher Saboteur wird er von einer Patrouille erschossen.
In seiner Absage an den unmenschlichen Drill des Militärs gerät der Film in die Schlagzeilen. In der Zeit des Kalten Krieges entfacht »Verdammt in alle Ewigkeit« wegen »Zerstörung der Verteidigungsmoral« eine heftige öffentliche Kontroverse.
  • Deutscher Titel: Ein Mann zu jeder Jahreszeit
  • Original-Titel: A MAN FOR ALL SEASONS
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1966
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Robert Bolt
  • Kamera: Ted Moore
  • Schauspieler: Paul Scofield, Wendy Hiller, Leo McKern, Susannah York
  • Auszeichnungen: Oscars 1967 für Film, Regie, Hauptdarsteller (Paul Scofield), Drehbuch, Kamera, Kostüme
Der Schriftsteller und Theologe Thomas More (1478-1535) wird zu Beginn des 16. Jahrhunderts Ratgeber des englischen Königs Heinrich VIII. Versucht er zunächst, zwischen König und Papst zu vermitteln, so kommt es bei der Forderung Heinrichs VIII., seiner Scheidung zuzustimmen und die endgültige Trennung der anglikanischen Kirche von Rom durchzuführen, zum Bruch. More wird hingerichtet.
Publikum und Kritiker sind von dem Historienfilm, an dem Zinnemann drei Jahre gearbeitet hat, begeistert. Der Beifall gilt vor allem der Darstellung des Gewissenskonfliktes und der inneren Auseinandersetzung Mores.
  • Deutscher Titel: Julia
  • Original-Titel: JULIA
  • Land: USA
  • Jahr: 1976
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Alvin Sargent, nach der autobiografischen Geschichte von Lillian Hellman
  • Kamera: Douglas Slocombe
  • Schauspieler: Jane Fonda, Vanessa Redgrave, Jason Robards, Maximilian Schell
  • Auszeichnungen: Oscars 1978 für Nebendarsteller (Jason Robards), Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) und Drehbuch
Nach der autobiografischen Erzählung von Lillian Hellman schildert Zinnemann die Geschichte einer Frauenfreundschaft in den 30er Jahren; atmosphärisch überzeugend gibt er die gesellschaftlichen Spannungen und Bedrohungen vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft dieser Zeit wieder.
Die amerikanische Erfolgsautorin Lillian Hellman (Jane Fonda) erinnert sich an ihre Jugendfreundin Julia (Vanessa Redgrave), mit der sie an der Universität Oxford studiert hat. Während Lillian an ihrer Karriere arbeitet, kämpft Julia in einer Widerstandsgruppe gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Lillian versucht, die Freundin in ihrem Kampf zu unterstützen doch dann erfährt sie, dass Julia von den Nazis ermordet worden ist.
  • Deutscher Titel: Am Rande des Abgrunds
  • Original-Titel: FIVE DAYS ONE SUMMER
  • Land: USA
  • Jahr: 1982
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Michael Austin
  • Kamera: Giuseppe Rotunno
  • Schauspieler: Sean Connery, Betsy Brantley, Lambert Wilson
»Am Rande des Abgrunds« spielt in den 30er Jahren. Ein älterer Arzt (Sean Connery) verbringt mit seiner jungen, heimlichen Geliebten einen Urlaub in den Schweizer Bergen des Engadin. Die Gewissenskonflikte des Paares brechen offen aus, als sich die junge Frau verliebt: Ein Bergführer wird zum Konkurrenten des Autors. Bei einem gefährlichen Aufstieg der beiden Männer droht die spannungsgeladene Atmosphäre in einem Mord zu enden. Schließlich stürzt der Bergführer trotz seiner größeren Erfahrung ab. In der Zwischenzeit hat sich die junge Frau ohne Kenntnis der Ereignisse entschlossen, die Beziehung zu lösen.
Fred Zinnemann verpackt die konventionelle Dreiecksgeschichte in eine melodramatische, packende Handlung, die verbunden wird mit eindrucksvollen Naturbildern.
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