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LEXIKON

Xinjiang

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çindjiaŋ
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Sinkiang-Uighur, amtlich Xinjiang Uygur Zizhiqu
autonome Region im Westen der Volksrepublik China (seit 1955), 1,60 Mio. km2, 17,2 Mio. Einwohner, davon 45% Uiguren, 41% Han, ferner Kasachen, Kirgisen, Tadschiken, Usbeken, Mongolen und Hui; Hauptstadt Ürümqi; umfasst die Dsungarei, den östlichen Tian Shan, Ostturkestan mit dem Tarimbecken und den Nordwestteil des Kunlun-Systems (Altun Shan); weitgehend wüsten- und steppenhaft; in den Oasenlandschaften Weizen-, Mais-, Reis-, Baumwoll-, Obst-, Gemüseanbau; Weidewirtschaft (Kamele, Ziegen, Schafe, Pferde); Kohle-, Uran-, Kupfer-, Eisen- und Wolframvorkommen, Erdölförderung; wichtigster Verkehrsweg von Lanzhou (Provinz Gansu) nach Ürümqi.

Geschichte

Xinjiang, früher meist Ost-Turkestan genannt, war immer Kontaktraum verschiedener Völker und Kulturen. Gegen die seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. dort herrschenden Xiongnu, die vielleicht mit den Hunnen identisch waren, richteten sich Feldzüge der chinesischen Han-Dynastie. Der Feldherr Zhang Qian erkundete seit 139 v. Chr. die als Seidenstraße bekannt gewordenen Handelswege nach Westen. Der Buddhismus fand in Xinjiang bereits im 1. Jahrhundert Eingang. Ihm folgten später der Zoroastrismus, der Manichäismus, das nestorianische Christentum und schließlich der Islam, der heute die wichtigste Religion des Landes ist. Das Neben- und Nacheinander der verschiedensten Kulturen in Xinjiang brachte in der Kunst bemerkenswerte Mischstile hervor.
Im 5. Jahrhundert wurde Xinjiang von den Hephthaliten, im 6. Jahrhundert von westtürkischen Stämmen erobert. Unter der Tang-Dynastie (7. Jahrhundert) wurde Xinjiang wieder chinesisches Protektorat und blieb es formal auch in den folgenden Jahrhunderten. In der tatsächlichen Herrschaft lösten Tibeter, Uiguren, Kirgisen, Mongolen und Dsungaren einander ab. Im 18. Jahrhundert wurde die chinesische Oberherrschaft wiederhergestellt. Im 19. Jahrhundert kam es zu einem Aufstand islamischer Völkerschaften unter Yakub Beg, der 1877 niedergeschlagen wurde. Gleichzeitig suchte Russland in Xinjiang Einfluss zu gewinnen. Nach dem Sturz der Qing-Dynastie (1911) brachen erneut Aufstände aus. Zeitweise kam Xinjiang unter sowjetischen Einfluss. Nach der Gründung der Volksrepublik China wurde Xinjiang 1955 zur Uigurischen autonomen Region erklärt. Die Ansiedlung von Chinesen wurde verstärkt, so dass sie heute fast die Hälfte der Bevölkerung bilden. An der chinesisch-sowjetischen Grenze kam es häufig zu Zwischenfällen. Im Zusammenhang mit uigurischen Protestdemonstrationen gegen ungerechte Behandlung durch Han-Chinesen im Juli 2009 kam es zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften. Die Unruhen forderten zahlreiche Todesopfer.
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