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LEXIKON

Schöpfung

im religiösen Sinne die Erschaffung der Welt durch einen göttlichen Akt. In fast allen Religionen gibt es Versuche, die Welt und ihre Ordnung von ihrem Ursprung her aufzuhellen und zu erklären. In der Antike diente dazu der Mythos. Im Judentum, Christentum und Islam bezeichnet Schöpfung die Erschaffung alles Seienden aus dem Nichts durch das allmächtige Wort Gottes. Die christliche Schöpfungslehre gründet sich auf die beiden in Einzelheiten sehr unterschiedlichen „Schöpfungsberichte“ des Alten Testaments (Genesis 1,12, 4a und 2,4b25). Diese stellen die Erschaffung der Welt unter Verwendung mythologischer Züge dar, aber in deutlicher Unterscheidung von den zeitgenössischen Schöpfungsmythen Kanaans (2,4b ff.) und Babylons (1,1 ff.). Die Welt ist im Alten Testament nicht göttlich, sondern der Herrschaftsbezirk des Menschen. Die göttliche Herkunft der Welt schließt für Israel und das Christentum naturwissenschaftliche Erklärungsversuche nicht aus, widerspricht aber jedem Versuch einer Vergötzung der Schöpfung. Die Lehre von der Schöpfung hat in der katholischen Dogmatik besondere Akzente, denen gegenüber die evangelische Auffassung die wesensmäßige Selbständigkeit Gottes gegenüber der Schöpfung und die Abhängigkeit der Schöpfung von Gott betont.
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