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LEXIKON

Rohmer

[rɔˈmɛ:r]
Eric, eigentlich Maurice Schérer, französischer Filmregisseur und Autor, * 21. 3. (n. a. A. 4. 4.) 1920 Tulle (n. a. A. Nancy),  11. 1. 2010 Paris; arbeitete zunächst als Lehrer, daneben veröffentlichte er 1946 den Roman „Elizabeth“. Seit Beginn der 1950er Jahre schrieb er zahlreiche Filmkritiken, 1958-1963 arbeitete er als Chefredakteur der Zeitschrift Cahiers du cinéma.
Seit 1959 („Im Zeichen des Löwen“) realisierte er Spielfilme, in denen ähnlich wie in den Theaterstücken von Marivaux mit ausgefeilten Dialogen die moralische Widersprüchlichkeit individuellen Handelns aufgezeigt wird. Rohmer schuf im ironischen Rückgriff auf einen tradierten Bildungskanon drei große Filmzyklen: die „Moralischen Geschichten“ (u. a. „Die Sammlerin“ 1966, „Meine Nacht bei Maud“ 1969, „Claires Knie“ 1970), den Zyklus „Komödien und Sprichwörter“ („Die Frau des Fliegers“ 1981, „Schöne Hochzeit“ 1982, „Pauline am Strand“ 1983, „Vollmondnächte“ 1984, „Das grüne Leuchten“ 1986, „Der Freund meiner Freundin“ 1987) sowie den Zyklus „Jahreszeiten“ („Frühlingserzählungen“ 1990, „Wintermärchen“ 1992, „Sommer“ 1996, „Herbstgeschichte“ 1998). Daneben sind vor allem seine Literaturverfilmungen bekannt: „Die Marquis von O.“ 1976; „Perceval le gallois“ 1978; „Die Lady und der Herzog“ 2001; „Les amours d'Astrée et de Céladon“ 2007.
  • Deutscher Titel: Die Sammlerin
  • Original-Titel: LA COLLECTIONNEUSE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1967
  • Regie: Eric Rohmer
  • Drehbuch: Eric Rohmer
  • Kamera: Nestor Almendros
  • Schauspieler: Patrick Bauchau, Haydée Politoff, Daniel Pommereulle, Mijanou Bardot
  • Auszeichnungen: Spezialpreis der Jury Filmfestspiele Berlin 1967 für Film
Der Dandy Adrien möchte eigentlich nur an der Riviera ausspannen, nachdem ihn seine Freundin Carole verlassen hat. Ein freizügiges männersammelndes Mädchen stört jedoch seine Ruhe. Er stößt das Mädchen zunächst zurück, versucht es an seinen Freund zu verkuppeln und ist schließlich selbst hinter ihr her. Nach einer kurzen Romanze trennt sich Adrien rasch von ihr und versucht stattdessen die Beziehung zu seiner Ex-Freundin Carole wieder aufzubauen.
»Die Sammlerin« ist die vierte von insgesamt sechs »Contes moraux« (Moralische Geschichten) des Regisseurs Eric Rohmer, die von den Unzulänglichkeiten der menschlichen Gefühle handeln. Mit ihrer verhaltenen, den Ernst niemals verleugnenden Ironie gehören die Filme über viele Jahre zu den bemerkenswertesten Erscheinungen des französischen Kinos.
  • Deutscher Titel: Meine Nacht bei Maud
  • Original-Titel: MA NUIT CHEZ MAUD
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1969
  • Regie: Eric Rohmer
  • Drehbuch: Eric Rohmer
  • Kamera: Nestor Almendros
  • Schauspieler: Françoise Fabian, Jean-Louis Trintignant, Marie-Christine Barrault
Eric Rohmer präsentiert eine seiner lebendig-ironischen »Moralischen Geschichte« über die Verirrungen und Verwirrungen der Liebe.
Jean-Louis entdeckt ein Mädchen, das für ihn die lang ersehnte vollkommene Reinheit verkörpert. Doch er wagt es nicht, Christine anzusprechen. Statt dessen lässt er sich von der attraktiven Maud verwirren, der Bekannten eines Freundes. Er übernachtet bei ihr, bleibt aber seiner Traumfrau treu. Erst Jahre nach der Heirat mit Christine erfährt Jean-Louis die Pointe: Christine hatte zuvor bereits ein Verhältnis ausgerechnet mit Mauds früherem Ehemann!
  • Deutscher Titel: Die Frau des Fliegers oder »Man kann nicht an nichts denken«
  • Original-Titel: LA FEMME DE L„AVIATEUR OU »ON NE SAURAIT PENSER A RIEN« (Comedies Et Proverbes 1)
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1981
  • Regie: Eric Rohmer
  • Drehbuch: Eric Rohmer
  • Kamera: Bernard Lutic, Romain Windig
  • Schauspieler: Philippe Marlaud, Marie Rivière, Anne-Laure Meury, Mathieu Carrière
Der erste Film aus der Reihe »Komödien und Sprichwörter« des französischen Regisseurs Eric Rohmer erzählt die Geschichte des jungen Studenten François (Philippe Marlaud), der eines Morgens beobachtet, wie seine Freundin mit einem Flugoffizier ihre Wohnung verlässt. Er folgt den beiden, verliert sie aber kurz darauf aus den Augen. Auf einem Bahnhof entdeckt er den Mann später wieder, wo der Unbekannte sich mit einer anderen Frau trifft. Die weitere Verfolgung führt den eifersüchtigen François in einen Park, wo er die Aufmerksamkeit eines Mädchens auf sich lenkt, das ihn fortan begleitet. Am Ende des Tages steht eine Aussprache mit seiner Freundin.
Der heiter-melancholische Film lebt von seiner Lebendigkeit und wird von langen Gesprächssequenzen getragen.
  • Deutscher Titel: Pauline am Strand
  • Original-Titel: PAULINE A LA PLAGE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1982
  • Regie: Eric Rohmer
  • Drehbuch: Eric Rohmer
  • Kamera: Nestor Almendros
  • Schauspieler: Amanda Langlet, Arielle Dombasle, Pascale Gregory, Féodor Atkine, Simon de la Brosse
  • Auszeichnungen: Silberner Bär Filmfestspiele Berlin 1983 für Regie
Die beiden Cousinen Pauline und Marion verbringen ihren Urlaub gemeinsam in einem bretonischen Badeort. Marion hat gerade ihre Scheidung überstanden. In dem Badeort trifft sie ihren Jugendfreund Pierre und seinen Bekannten Henri. Pierre möchte die alte Beziehung wieder aufleben lassen, aber Marion scheint sich mehr für Henri zu interessieren. Dieser ist aber an festen Bindungen nicht interessiert und unterhält mehrere Beziehungen. Die 16-jährige Pauline beobachtet zunächst das verwirrende Spiel der Erwachsenen, wird aber dann mit ihrem neuen Freund Sylvain ebenfalls hineingezogen.
In vielen Dialogen erzählt Regisseur Eric Rohmer eine leise Geschichte von der Verwirrung der Gefühle, von Eifersucht und Intrigenspiel. »Pauline am Strand« ist der dritte Teil des Filmzyklus »Komödien und Sprichwörter«
  • Deutscher Titel: Vollmondnächte
  • Original-Titel: LES NUITS DE LA PLEINE LUNE
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1984
  • Regie: Eric Rohmer
  • Drehbuch: Eric Rohmer
  • Kamera: Renato Berta
  • Schauspieler: Pascale Ogier, Tcheky Karyo, Fabrice Luchini, Virginie Thévenet
  • Auszeichnungen: Filmfestival Venedig 1984 für Darstellerin (Pascale Ogier)
Die junge Louise (Pascale Ogier) lebt mit ihrem Freund Remi (Tcheky Karyo) in Marne la Valée, einem Pariser Vorort, und arbeitet in einem Architektenbüro in der Stadt. Um sich ihren persönlichen Freiraum zu wahren, richtet sie sich auch in Paris eine kleine Wohnung ein. Im Gegensatz zu Remi legt sie erheblichen Wert auf das Großstadtleben, und in einer Vollmondnacht bricht sie aus einer Laune heraus ihre Treue zu Remi. Von Gewissensbissen geplagt, will sie doch wieder zu ihm zurückkehren, aber er hat sich bereits von ihr gelöst.
Der mit leichter Hand inszenierte Film von Eric Rohmer handelt von den Problemen menschlichen Zusammenlebens, vom gescheiterten Versuch, ein gemeinsames Leben aufzubauen und trotzdem die größtmögliche individuelle Freiheit zu erhalten.
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