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LEXIKON

Redgrave

[
ˈrɛdgrɛiv
]
Vanessa, englische Schauspielerin, * 30. 1. 1937 London; seit 1958 beim Film; u. a. in: „Blow up“ 1966; „Julia“ 1977; „Wetherby“ 1985; „Wiedersehen in Howards End“ 1992; „Ein Sommer am See“ 1996; „Lulu on the Bridge“ 1998; „Mrs. Dalloway“ 1997; „Abbitte“ 2007.
Redgrave, Vanessa
Vanessa Redgrave
  • Deutscher Titel: Blow up
  • Original-Titel: BLOW UP
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1966
  • Regie: Michelangelo Antonioni
  • Drehbuch: Michelangelo Antonioni, Antonino Guerra
  • Kamera: Carlo Di Palma
  • Schauspieler: David Hemmings, Vanessa Redgrave, Sarah Miles
Michelangelo Antonioni stellt mit »Blow up« einen verwirrenden Film aus dem modernen England vor.
In der englischen Metropole blüht die neue Popkultur, ein freizügiger Lebensstil mit jungen Idolen, junger Musik und den Statussymbolen einer neuen Generation extravaganten Autos, exzentrischen Wohnungen und bunter Designergarderobe. Der Modefotograf Thomas (David Hemmings) ist einer von den Aufsteigern in dieser Welt, reich, verletzend egoistisch und von seiner Arbeit als moderner Künstler völlig überzeugt. Eine junge Frau (Vanessa Redgrave) erscheint in seinem Studio und bietet ihm kühl, aber vergebens ihren Körper als Bezahlung für die Bilder eines Liebespaars an, die er heimlich im Park aufgenommen hat. Auf Vergrößerungen der Bilder glaubt Thomas, Anzeichen eines Mordes zu erkennen. Er findet sogar eine Leiche, doch bald ist diese ebenso verschwunden wie die Fotos und die Frau. Thomas stürzt sich in Londons Popwelt, doch sie erscheint ihm verunsichernd und kalt.
Der Film zeigt die Faszination des Bildes und seine trügerische Wirklichkeit. Ein besonderer filmischer Einfall verdeutlicht dieses Problem: Vergrößerungen eines Fotos ergeben flüchtige Klarheit, die dann doch wieder in sich zusammenfällt. Am Ende muss der Held das Unvermögen zur realen Beobachtung anerkennen: Ein Junge wirft ihm einen imaginären Tennisball zu er wirft ihn zurück.
  • Deutscher Titel: Julia
  • Original-Titel: JULIA
  • Land: USA
  • Jahr: 1976
  • Regie: Fred Zinnemann
  • Drehbuch: Alvin Sargent, nach der autobiografischen Geschichte von Lillian Hellman
  • Kamera: Douglas Slocombe
  • Schauspieler: Jane Fonda, Vanessa Redgrave, Jason Robards, Maximilian Schell
  • Auszeichnungen: Oscars 1978 für Nebendarsteller (Jason Robards), Nebendarstellerin (Vanessa Redgrave) und Drehbuch
Nach der autobiografischen Erzählung von Lillian Hellman schildert Zinnemann die Geschichte einer Frauenfreundschaft in den 30er Jahren; atmosphärisch überzeugend gibt er die gesellschaftlichen Spannungen und Bedrohungen vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft dieser Zeit wieder.
Die amerikanische Erfolgsautorin Lillian Hellman (Jane Fonda) erinnert sich an ihre Jugendfreundin Julia (Vanessa Redgrave), mit der sie an der Universität Oxford studiert hat. Während Lillian an ihrer Karriere arbeitet, kämpft Julia in einer Widerstandsgruppe gegen den aufkommenden Nationalsozialismus. Lillian versucht, die Freundin in ihrem Kampf zu unterstützen doch dann erfährt sie, dass Julia von den Nazis ermordet worden ist.
  • Deutscher Titel: Wetherby
  • Original-Titel: WETHERBY
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1985
  • Regie: David Hare
  • Drehbuch: David Hare
  • Kamera: Stuart Harris
  • Schauspieler: Vanessa Redgrave, Joely Richardson, Ian Holm, Judith Dench
  • Auszeichnungen: Goldener Bär Filmfestspiele Berlin 1985 für Film
In dem kleinen Örtchen Wetherby lebt die offenbar glückliche Lehrerin Jean Travers (Vanessa Redgrave). An einem Abend bewirtet sie Gäste, darunter auch scheinbar zufällig einen ihrer Schüler. Am darauf folgenden Tag kommt er noch einmal zurück, erklärt ihr den wahren Grund seines Kommens am Vorabend und bringt sich dann vor den Augen seiner Lehrerin um. Sein Tod löst Ratlosigkeit und Verwirrung bei Jean aus. Die Lehrerin erinnert sich der Vorgeschichte und beginnt, sich auch mit ihrem bisherigen Leben auseinander zu setzen. Die abgeklärte Fassade bekommt dabei einige Risse, und Jean erkennt ihre Mitschuld am Selbstmord des Jungen. Am Ende erlangt sie ein Stück Selbsterkenntnis und stößt auf ihre verdrängten Sehnsüchte und Ängste.
Regisseur David Hare gelingt ein eindringliches, differenziertes Bild von menschlicher Gefühlsarmut und Kommunikationsunfähigkeit, das vor allem von der hervorragenden Darstellerin Vanessa Redgrave getragen wird.
  • Deutscher Titel: Wiedersehen in Howard„s End
  • Original-Titel: HOWARD„S END
  • Land: GB
  • Jahr: 1992
  • Regie: James Ivory
  • Drehbuch: Ruth Prawer Jhabvala, nach dem Roman von E. M. Forster
  • Kamera: Tony Pierce-Roberts
  • Schauspieler: Anthony Hopkins, Vanessa Redgrave, Emma Thompson, Helena Bonham Carter
  • Auszeichnungen: Oscar 1993 für Hauptdarstellerin (Emma Thompson), Sonderpreis Filmfestspiele Cannes 1992 für Film
Begeisterung bei den Filmfestspielen in Cannes löst James Ivory„s Beitrag »Wiedersehen in Howard„s End« aus.
Die filmische Adaption des 1910 erschienenen Gesellschaftsromans von E]dward[ M]organ[ Forster zeigt ein düsteres Sittenbild des viktorianischen Englands zur Zeit der Jahrhundertwende.
Die Verbindung zwischen der wohlhabenden Familie Wilcox und der aus drei Geschwistern bestehenden unkonventionellen Familie Schlegel beruht lediglich auf der Freundschaft zwischen den beiden Frauen Ruth Wilcox (Vanessa Redgrave) und Margaret Schlegel (Emma Thompson). Als Ruth stirbt, vererbt sie der Freundin das Landhaus ihrer Kindheit, an dem sie sehr gehangen hatte. Die Wilcox„ vertuschen diesen Teil des Testaments, lassen Margaret jedoch, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen, im Haus wohnen. Später hält Ruths Witwer Henry (Anthony Hopkins) um Margarets Hand an. Diese willigt ein, doch kommt es bald zu Konflikten zwischen Henry und Margarets sozialpolitisch engagierter jüngerer Schwester Helen (Helena Bonham Carter). Als Margaret am Ende doch noch in den Besitz des Landhauses gelangt, hat sie sich von Henry gelöst, um mit ihrer Familie zusammenleben zu können. Ivory hat mit »Howard„s End« einen psychologisch stimmigen Film geschaffen, dessen Gesellschaftskritik aber sehr stark von der Opulenz der Ausstattung überlagert wird. 1993 erhält Emma Thompson für ihre Darstellung der Margaret Schlegel einen Oscar.
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