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LEXIKON

Plton

Lebensweg

Platon entstammte einer Athener Adelsfamilie. In seiner Jugend lernte er auf Reisen den griechischen Kulturkreis rund um das Mittelmeer kennen. Die erste Bekanntschaft mit der Philosophie vermittelte ihm der Herakliteer Kratylos. Nach der Hinrichtung des Sokrates (399 v. Chr.) ging Platon für kurze Zeit nach Megara zu Euklid, um dann in Athen eine Lehrtätigkeit, verbunden mit der Abfassung der ersten sokratischen Dialoge, zu beginnen. Weitere Reisen führten ihn nach Unteritalien zu den Pythagoreern sowie an den Hof Dionysios II. in Syrakus (Sizilien). 387 gründete Platon in seiner Heimatstadt eine eigene Schule, die nach ihm benannte und bis 529 n. Chr. bestehende Akademie. Neben der Pflege der Wissenschaft im weitesten Sinn ging es ihm auch um eine Reform des politischen Denkens. In dieser Angelegenheit reiste er noch zweimal (367 und 361) nach Syrakus um dort seine Utopie in die politische Praxis umzusetzen, womit er jedoch scheiterte.
Der Tod eines Philosophen
Der Tod eines Philosophen
Platon schildert Sokrates' Tod (399 v. Chr.):

[Auf die Nachricht, er sei verurteilt, den Schierlingsbecher zu trinken, drängt Sokrates zur Eile.]

...Darauf sagte Kriton: Aber mich dünkt, Sokrates, die Sonne scheint noch an die Berge und sei noch nicht untergegangen. Und ich weiß, dass auch andere erst ganz spät getrunken haben, nachdem es ihnen gesagt worden, und sie haben noch gut gegessen und getrunken. Sokrates erwiderte. Jene hatten ganz recht, so zu tun; denn sie meinten, etwas zu gewinnen. Recht habe auch ich, nicht so zu tun; denn ich glaube, nichts zu gewinnen, wenn ich etwas später trinke als nur, dass ich mir selbst lächerlich vorkommen würde, wenn ich so am Leben klebte und sparen wollte, wo nichts mehr ist. So gehe denn, gehorche mir und tue nichts anderes.
Darauf winkte Kriton dem Diener, der ihm zunächst stand; der Bursche ging hinaus, und nachdem er eine Zeit lang weggeblieben war, führte er endlich denjenigen Diener herein, der den Trank schon zubereitet im Becher brachte, um ihn Sokrates zu reichen. Als Sokrates den Menschen sah, sprach er: Nun, mein Bester, du verstehst es ja, wie muss man es machen? - Nicht anders, sagte jener, als wenn du getrunken hast, umhergehen, bis dir die Schenkel schwer werden, und dann dich niederlegen; dann wird es schon wirken. Damit reichte er Sokrates den Becher. Dieser nahm ihn, und ganz getrost, ohne im Geringsten zu zittern oder Farbe und Gesichtszüge zu verändern, sondern indem er wie gewohnt ganz gerade den Menschen anblickte, fragte er ihn: Was meinst du, darf man von diesem Trank jemandem eine Spende weihen? Wir bereiten nur so viel, Sokrates, antwortete jener, wie wir glauben, dass es ausreichen werde. Ich verstehe, sagte Sokrates, aber beten darf und muss man zu den Göttern, dass die Wanderung von hier nach dort glücklich sein möge, weshalb denn auch ich hiermit bete -, und so möge es geschehen. Mit diesen Worten setzte er den Becher an und trank ihn ganz frisch und unverdrossen aus...
  1. Einleitung
  2. Lebensweg
  3. Schriften
  4. Lehre von den Ideen
  5. Tugend und Gerechtigkeit
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