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LEXIKON

Mittelohrentzündung

Otitis media
meist akute, eitrige Infektion des Mittelohrs, hervorgerufen durch Erreger (in der Regel Strepto-, Staphylo- oder Pneumokokken), die vom Nasen-Rachen-Raum her durch die Ohrtrompete aufsteigen, seltener durch eine Verletzung des Trommelfells oder auf dem Blutweg eingeschleppt werden. Im Kindesalter wird eine Infektion durch eine noch kurze und weite Eustachische Röhre begünstigt. Die Symptome sind insbesondere bei Kindern hohes Fieber, pochende Ohrenschmerzen, ggf. Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit. Starke Eiterbildung führt meist zu einer Vorwölbung des Trommelfells, das häufig unter Eiterausfluss und Abklingen der Beschwerden einreißt. Die Ausheilung erfolgt innerhalb von 24 Wochen mit Spontanverschluss des Risses. Wegen der Nachbarschaft des Gehirns (Durchbruchsgefahr) bedarf eine Mittelohrentzündung immer sorgfältiger ärztlicher Behandlung. Falls es nicht gelingt, die Eiterung durch Antibiotika und Wärme zu bekämpfen, wird Entlastung durch einen kleinen Trommelfellschnitt (Parazentese) oder bei Mitbeteiligung der Warzenfortsatzzellen (Mastoiditis) durch Aufmeißelung des Warzenfortsatzes (Antrotomie) geschaffen. Entwickelt sich eine chronische Mittelohrentzündung, kann dies zu dauerndem Ohrenlaufen, Schwerhörigkeit u. a. Komplikationen führen. Stark verletzte oder vernarbte Trommelfelle können dann nur noch durch eine Plastik (Tympanoplastik) ersetzt werden.
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