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LEXIKON

Luzrn

Schweiz: Kantone
Schweiz: Kantone
Hauptstadt des gleichnamigen Kantons Luzern, Kurort und Seebad am Reuss-Ausfluss aus dem Vierwaldstätter See, 57 300 Einwohner, Agglomeration 186 000 Einwohner; mit Resten mittelalterlicher Wehranlagen, Wasserturm (um 1300) an der Kapellbrücke, der ältesten noch bestehenden Holzbrücke Europas mit Bildzyklus (1993 abgebrannt, 1994 wieder aufgebaut); Hof- oder Stiftskirche (17. Jahrhundert), Jesuitenkirche (17. Jahrhundert), Franziskanerkirche (um 1280), Renaissance-Rathaus; Universität (2000), Fachhochschule; Handelszentrum; Metall-, Elektroapparate-, Holz-, Uhrenindustrie, Maschinenbau, grafische und chemische Industrie; starker Tourismus; jährlich internationales Musik-Festival.

Geschichte

Das im 8. Jahrhundert über dem nördlichen Seeufer entstandene Kloster war vor 840 in den Besitz der Benediktinerabtei Murbach (nahe Colmar) gelangt. Das um das Kloster entstandene Dorf entwickelte sich im 12. Jahrhundert zur Stadt. 12391252 wurde Luzern in die Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Staufen mit einbezogen und 1291 an die Habsburger verkauft. 1332 schloss sich Luzern dem Bund der drei Urkantone an. Die territoriale Entwicklung zum Stadtstaat (13801415) führte 1386 zum Sempacherkrieg und mündete 1415 in die Loslösung von Österreich sowie 1417 in die Reichsfreiheit. Aus den Kappelerkriegen (15291531) ging der altgläubige Stand als Sieger hervor. In der Gegenreformation wurde Luzern zum Vorort der katholischen Schweiz (1579 Einrichtung der päpstlichen Nuntiatur). 17891799 war Luzern Hauptstadt der Helvetischen Republik. Nach der Mediation (18031814), der Restauration der vorrevolutionären Aristokratie (18141830) und einer liberalen Phase (18301841) führte Luzern bis zur Niederlage von 1847 den Sonderbund der konservativen Kantone an.
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