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LEXIKON

La-Vnta-Kultur

mittelamerikanische Kulturen in vorspanischer Zeit
mittelamerikanische Kulturen in vorspanischer Zeit
die früheste (800400 v. Chr.) bekannt gewordene Hochkultur Mittelamerikas, an der mexikanischen Golfküste, benannt nach der Fundstätte La Venta im Staat Tabasco (Mexiko), mit weiter Ausstrahlung, grundlegend für die nachfolgenden mittelamerikanischen Kulturen. Kennzeichnend sind Tempelzentren (La Venta, Cerro de las Mesas, Tres Zapotes) mit Pyramiden und Plattformhügeln mit steinernen Grabkammern und Steinplastiken, darunter mit Reliefs verzierte Stelen und Altäre. Menschliche Figuren sitzen in höhlenartigen Vertiefungen in Form eines Jaguarrachens. Bei den Statuen sind Mischwesen aus Mensch und Jaguar typisch, meist als fette Kinder mit einem nach unten gezogenen, an ein Jaguarmaul erinnernden Mund mit Fangzähnen (Wer-Jaguare). Bemerkenswert sind die bis 4 m hohen und bis über 30 Tonnen schweren Kolossalköpfe mit negroiden Gesichtszügen und oft babyhaften Gesichtern. Man benutzte glyphische Elemente, die die ältesten Schriftzeugnisse Amerikas sind. Wahrscheinlich wurde hier auch der 260-tägige, später über ganz Mittelamerika verbreitete Ritualkalender erfunden. Die La-Venta-Kultur wird, von der Kunst her gesehen, oft als olmekisch bezeichnet, obwohl diese Zuschreibung ethnisch nicht zu rechtfertigen ist.
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