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LEXIKON

Hitler

Der Aufstieg zur Macht

Den Durchbruch zur Massenpartei, der Hitler in seiner Führerrolle bestätigte, erreichte die NSDAP seit 1929 unter den für sie günstigen Umständen der Weltwirtschaftskrise (1932 über 6 Mio. Arbeitslose) und des rapide anwachsenden Zweifels der Bevölkerung an der Fähigkeit der demokratischen Kräfte, mit den Problemen fertig zu werden. In dieser Lage wuchs Hitler eine Schlüsselrolle zu, da er über den plebiszitären Rückhalt (37,3% der Stimmen bei der Reichstagswahl Juli 1932) verfügte, der den Gegnern der Republik auf der politischen Rechten in Militär, Verwaltung, Großgrundbesitz und Großwirtschaft fehlte. Hitler verfolgte eine Taktik der Zusammenarbeit in der „nationalen Opposition“ bei gleichzeitiger Wahrung der Eigenständigkeit der NSDAP. Im April 1932 verlor Hitler die Reichspräsidentenwahl gegen Hindenburg (um kandidieren zu können, wurde er vom nationalsozialistischen Innenminister von Braunschweig zum Regierungsrat ernannt und erhielt dadurch die deutsche Staatsbürgerschaft). Im August wies Hindenburg seinen Anspruch, als Führer der stärksten Partei zum Reichskanzler berufen zu werden, brüsk zurück. Dadurch wankte die Basis von Hitlers bisheriger Stärke, der unaufhaltsam erscheinende Erfolg; die Partei geriet in eine ernste Krise.
Die eigennützige Initiative F. von Papens, der dabei auf A. Hugenberg, den Stahlhelm, aber auch auf die Reichswehrführung bauen konnte, veranlasste Hindenburg schließlich doch, Hitler am 30. 1. 1933 zum Reichskanzler zu ernennen. In der Koalitionsregierung überspielten Hitler und die beiden nationalsozialistischen Minister W. Frick und H. Göring sehr schnell ihre 8 deutschnationalen bzw. parteilosen Kollegen. In einem 18-monatigen Prozess der „Machtergreifung“, gekennzeichnet durch Terror, Aufhebung der Grundrechte, Verbot aller Parteien außer der NSDAP, Zerschlagung der Gewerkschaften, „Gleichschaltung“ der Länder, Entmachtung der Parlamente, schuf sich Hitler eine unangreifbare diktatorische Stellung an der Spitze eines Einparteienstaates. Das antisemitische Programm der NSDAP begann er mit einer fortschreitenden Entrechtung der Juden in die Tat umzusetzen. Nach Hindenburgs Tod am 2. 8. 1934 übertrug er die Befugnisse des Reichspräsidenten auf sich selbst als „Führer und Reichskanzler“; damit bekam er als Oberster Befehlshaber zugleich die Wehrmacht in die Hand. Fortan war er praktisch nicht mehr an rechtliche Normen gebunden.
Reichstag: Eröffnung 1933
Eröffnung des Deutschen Reichstages 1933
„Der Tag von Potsdam“, 21. März 1933 kulthafte Inszenierung der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus. Hitler, verkleidet als Bürger in schwarzem Cut, verbeugte sich in der Garnisonkirche, der Grabstätte Friedrichs des Großen, vor dem nationalen Mythos Hindenburg und verkündete sein Programm der „nationalen Wiedererhebung“. Die Rührkomödie kam an: Viele glaubten, der „wilde“ Nationalsozialismus sei nun gezähmt und habe sich in die konservative Tradition eingefügt.
  1. Einleitung
  2. Die frühen Jahre
  3. 1. Weltkrieg, Entstehung der NSDAP und Hitler-Putsch
  4. Der Aufstieg zur Macht
  5. Der Weg in den Untergang
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