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LEXIKON

Beethoven

„Volksreden an die Menschheit“

Mit diesen Worten charakterisierte der Philosoph und Musiktheoretiker T. W. Adorno das sinfonische Werk Ludwig van Beethovens, das zusammen mit der Oper „Fidelio“ als sein bedeutendstes künstlerisches Vermächtnis gilt. Musikalisch erweiterte Beethoven das Menuett zum leidenschaftlichen Scherzo und das Finale, bei seinen Vorgängern meist nur ein lebhafter Ausklang, zum Gipfelpunkt der Entwicklung des Gesamtwerks. Er vergrößerte das von Haydn übernommene Orchester, dehnte die Länge der Sinfonien und gab den Kompositionen thematische Schwerpunkte. Inhaltlich bewies er eine besondere Fähigkeit zu einer ausgedehnten Verarbeitung des melodischen und rhythmischen Materials und wies damit dem Satzelement der Durchführung im Sonatenhauptsatz erst seine eigentliche Bedeutung zu.
Obwohl vom Wiener Hochadel gefördert, spiegelt Beethovens Werk durch und durch seine aufgeklärte Gesinnung wider, die keinerlei musikalische Konzessionen an seine Gönner zuließ. Die 3. Sinfonie („Eroica“ 1805) wie auch die 5. („Schicksalssinfonie“ 1808) und vor allem die 9. Sinfonie (mit dem Schlusschor aus Schillers Ode „An die Freude“ 1824) sind zudem ganz von den Idealen der Französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ geprägt und unter diesem Aspekt auch als Werke für das breite bürgerliche Publikum konzipiert.
  1. Einleitung
  2. Vom Rhein an die Donau
  3. „Volksreden an die Menschheit“
  4. Wegbereiter der Romantik
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