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Das indische Kastensystem

Die Hierarchie des Seins

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Ursprünglich gab es nur eine Kaste

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Inder spielt am Wasser auf einer Sarod, Jaisalmar, Indien

Ein Inder spielt am Wasser auf einer Sarod, Jaisalmar, Indien

Die Kastenzugehörigkeit im Rahmen des indischen Kastensystems wird durch die Geburt bestimmt. Dies ist nach indischer Vorstellung jedoch nicht immer so gewesen. So heißt es im Brihadaranyaka-Upanishad, dass alle Menschen dieser Welt ursprünglich der einzigen Kaste der Brahmanen angehört haben und es ihre Karmas waren, die die Kastenunterschiede begründeten; kraft seines Karmas kann allerdings auch ein Shudra ein Brahmane werden. Es gab und gibt im Hinduismus Glaubensrichtungen, die das Kastensystem ablehnen: z. B. die Lingayatas (Anhänger einer Schule des Shivaismus, die Anhänger der Reformbewegung Aryasamaj und die gesamte Bhakti-Tradition sowie einiger neohinduistischer Bewegungen. Für die Beibehaltung des Kastensystems hat sich M. Gandhi ausgesprochen, dabei allerdings alle in diesem hierarchisch angelegten Diskriminierungen zurückgewiesen und die in ihm institutionalisierte Unberührbarkeit (Paria) ausdrücklich abgelehnt. Gandhi sah das Kastensystem als vom Gedanken der Gerechtigkeit bestimmte harmonische Ordnung an, in der jeder in seiner Funktion von den anderen wertgeschätzt ist und Wettbewerb untereinander in seinen oft gnadenlosen Formen keinen Platz hat.
aus der wissen.de Redaktion, Quelle: Brockhaus
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