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Gerhard Schröder

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Der zweite Bildungsweg

Tatsächlich hat Schröder wie sein Gegenspieler Edmund Stoiber immer ein wenig länger gebraucht, um seine Ziele zu erreichen. Das lag auch an seiner sozialen Herkunft: "Meine Mutter, die Kriegerwitwe, konnte mich nicht aufs Gymnasium schicken, weil schon das Fahrgeld in die nächste Kreisstadt nicht aufzubringen war." Der Halbwaise musste sich durch harte Arbeit, oft auch durch Ellenbogeneinsatz, nach oben kämpfen. Nach der Volksschule absolvierte er 1961 eine kaufmännische Lehre. Dann arbeitete er als Angestellter und holte in Göttingen die mittlere Reife nach. Zwei Jahre später schaffte er im Abendkolleg das Abitur. Wie Stoiber entschied sich auch der drei Jahre jüngere Schröder für das Jurastudium. Von 1966 bis 1971 studierte er an der Universität Göttingen; die beiden Staatsexamen legte er 1971 und 1976 ab.

Aufstieg bei den Jusos

Im Gegensatz zu Edmund Stoiber hat Schröder den Beruf als Rechtsanwalt tatsächlich ausgeübt - von 1978 bis 1990. Für seine Kanzleitätigkeit blieb allerdings wenig Zeit: Schröder machte bald politische Karriere. Nach seinem Eintritt in die SPD 1963 engagierte er sich bei den Jusos. 1971 wurde er Juso-Vorsitzender im Bezirk Hannover, wenig später saß er im Parteivorstand eines SPD-Unterbezirks. Unter normalen Umständen hätte er jetzt eine Ochsentour durch die Parteigremien vor sich gehabt. Doch 1978 bot sich dem diskutierfreudigen Anwalt die Chance zum Karrieresprung. Als Kompromisskandidat zwischen zwei verfeindeten Lagern wählten ihn die Jusos zum Bundesvorsitzenden. Ein Amt, das er zwei Jahre erfolgreich ausübte - und sich für höhere Aufgaben empfahl. "Ihr habt mich gewählt. Ihr seid selber Schuld," so begann der bereits 34-Jährige seine Antrittsrede. Typisch Schröder; er liebt Anspielungen und Provokationen. Das hat ihm nicht selten Ärger eingebracht, etwa als er einmal die Lehrer in Niedersachsen öffentlich als "faule Säcke" bezeichnete.

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