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Fertighäuser

Wie energieeffizient sind sie?

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Das sogenannte Niedrigenergiehaus ist heute Standard. Die notwendigen Energieverbrauchswerte werden bei einem modernen Fertighaus problemlos erfüllt. Insbesondere dichtigkeitssensible Gebäudestellen wie Wandstöße, Fenster, Türen und Dachkonstruktionen werden mit modernen Abschluss-, Verkoppelungs- und Dämmverfahren verschlossen.
 
Holz hält Einzug
Das Modulsystem der Fertighaus-Hersteller nutzt weiterentwickelte Werkstoffe für Wand-, Boden- und Deckenteile. Die vorgefertigten Platten bestehen heute in der Mehrheit aus Holz, die in mehrschichtigen Techniken mit integrierten Dämmungen montiert werden. Sie weisen auf ihren Flächen mindestens die gleichen Dämmwerte auf wie ein Mauerwerk mit Dämmschicht. Als Niedrigenergiehaus gilt ein Haus mit dem Verbrauch von dreißig bis höchstens siebzig Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
 
Ähnlich wie bei der Massivbauweise ist bei einem Fertighaus auch ein höherer Standard erreichbar. Die Energieeffizienz hängt nicht mehr von den Baustoffen oder der Konstruktionsweise ab. Einzig der Aufwand bei der Umsetzung des Aufbaus und die Verwendung hochwertigerer Materialien entscheidet beim Fertighaus. Dreifachverglasungen und wärme- beziehungsweise kältebrückenfreie Modulverbindungselemente bestimmen den letztendlichen Energieverbrauch.
 
Über dem Standard
Die Fertighaus-Industrie bietet auch Dreiliter-Niedrigenergiehäuser an. Der Energieverbrauch liegt unter dem gesetzlich geforderten Standard. Das Haus verbraucht bis höchstens drei Liter Heizöl oder drei Kubikmeter Gas pro Quadratmeter beheizbarer Fläche pro Jahr. Wie die Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau ausführt, sind mit entsprechender Haustechnik auch Passivhäuser in Fertigbauweise problemlos umsetzbar.
 
In einem Passivhaus werden alle entstehenden Energiequellen während der Nutzung ausgenutzt, die mit einem intelligenten Luftzirkulationssystem zum Beheizen genutzt werden. Sonnenwärme und die Abwärme elektrischer Geräte oder der Bewohner ersetzen den externen Energieverbrauch und senken ihn auf jährlich maximal zehn Kilowattstunden pro Quadratmeter.
 
Vorteile der Fertigbauweise
Die modulare Bauweise eines Fertighauses erlaubt oft, die Belüftungstechnik mit weniger Aufwand in das Gebäude zu integrieren, als es bei einer Massivbauweise der Fall ist. Ein weiterer spezifischer Vorteil bei einem Fertighaus kann der geringere Volumenbedarf für Wände und Decken bei gleicher Energieeffizienz sein. Nicht unerheblich ist die "leichtere" Bauweise des Fertighauses, die eine energieschonende Platzierung erleichtern kann.
 
Himmelsrichtung, Sonneneinstrahlung und Windseite wirken auf die Energieeffizienz eines jeden Gebäudes ein. Während die Platzierung eines Mauerwerks häufig auch stark von der statischen Beschaffenheit des Bodens und der Lage abhängt, kann ein Fertighaus in manchen Fällen bei der Planung variabler "gedreht" und "gewendet" werden.
 
Förderungsfähige Bauweise
Bei allen Neubauten, Umbauten, Eigentümerwechseln oder Sanierungen muss heute ein Energieausweis nach der EnEV ausgestellt werden. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber nicht zwischen Fertighaus und Massivhaus. Lediglich die tatsächliche Energieeffizienz spielt eine Rolle. Eine Übersicht zu den Regeln zum Energieausweis listet die exakten Vorgaben auf. Hier finden sich auch Tipps, zu Fördermöglichkeiten, die beim Bau eines Niedrigenergiehauses in Fertigbauweise beispielsweise von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
 
Generell kann beim Stand der heutigen Bautechnik festgestellt werden, dass Fertighäuser die gleichen Optionen bezüglich ihrer Energieeffizienz besitzen wie Massivhäuser. Letztendlich entscheidet nur der Geschmack und eventuell das Budget.
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