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E-Mobilität: Amsterdam unter Strom

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Cargohopper in Utrecht
Sogenannte Cargohopper, wie hier im Testbetrieb in Utrecht, übernehmen in Amsterdam künftig sämtlichen Lieferverkehr innerhalb der Innenstadt.
Elektrische Paketzustellung

Doch die Taxiunternehmen sind nicht die einzigen, die von der Amsterdamer Politik profitieren. Auch Transportbetriebe erhalten für die Anschaffung von elektrischen Fahrzeugen Zuschüsse. Mit Erfolg: Schon heute fahren in den Straßen der Innenstadt regelmäßig E-Trucks umher - und die Stadt erteilt für die Beschaffung von Produkten für die öffentliche Hand bewusst jenen Unternehmen den Auftrag, die elektrisch zustellen können.

Künftig sollen Fahrzeuge wie die sogenannten Cargohopper sogar sämtliche innerstädtische Transportwege übernehmen. Die Vision: Pakete, Paletten und Co werden gebündelt an Sammel- und Verteilstellen außerhalb des Zentrums geliefert. Dort übernehmen kleine Elektro-Lieferwagen die Güter von großen 40-Tonnern. Sie verteilen dann alle Sendungen, die für Empfänger im Innenstadtbereich bestimmt sind. Ähnliche Logistikkonzepte werden auch schon in den niederländischen Städten Utrecht und Enschede getestet.

Abgestellte Fahrräder in Amsterdam
Das Rad soll bei der individuellen Mobilität an erster Stelle stehen.
Paradies für Fahrradfahrer

Im Rahmen des grünen Verkehrskonzepts setzt Amsterdam außerdem verstärkt auf die von den Bürgern ohnehin schon viel genutzten Fahrräder. Die Drahtesel sollen vor allem bei der individuellen Mobilität an erster Stelle stehen. Auch dieser Plan besteht bei unseren Nachbarn mitnichten nur auf dem Papier: In den letzten Jahren wurde Amsterdam wiederholt zur besten Fahrradstadt gekürt - Elektrofahrräder und deren Ladestationen, Parkhäuser für Zweiräder und natürlich gut ausgebaute Radwege gehören hier wie selbstverständlich zum Stadtbild.

Wie vorbildlich man in Amsterdam daran arbeitet, dass nachhaltige Mobilität mehr ist als graue Theorie, beeindruckt auch die Experten in der EU-Kommission. Sie haben der Stadt deshalb jüngst die Auszeichnung "Europäische Innovations-Hauptstadt 2016" verliehen. Das dürfte die Stadt motivieren, ihren grünen Weg konsequent weiterzugehen.

Ambitionierte Ziele

Die Ziele sind ehrgeizig: Bis 2025 will die Amsterdamer Stadtverwaltung ihre CO2-Emissionen um 45 Prozent im Vergleich zu 2012 senken. Der öffentliche Nahverkehr soll bis dahin sogar vollständig emissionsfrei sein. Gleiches gilt für den Gütertransport. Bis 2040 sollen in Amsterdam dann fast nur noch Elektrofahrzeuge unterwegs sein - auf den Straßen an Land ebenso wie auf dem Wasser. Und irgendwann einmal werden E-Mobile und Fahrräder die einzigen Fahrzeuge sein, die in der Stadt noch erlaubt sind.

DAL, 23.03.2017
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