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Zwischen Tod und Euphorie

Der Bildband "Die Mauer - Fotografien 1961-1992"

Besonders hell war es in Ost-Berlin immer nachts. Im Todesstreifen. Diese makabre Tatsache wirft ein hartes aber klares Licht auf die vor fast 20 Jahren untergegangene DDR, die den Begriff "demokratisch" zu Unrecht im Namen trug. Ein demokratisches System sperrt sein Volk nicht ein, es verbietet ihm weder den Mund noch die Freiheit. Und es erschießt keine Menschen, die seinem ideologischen Weg nicht mehr folgen wollen. Nein, die DDR war kein demokratischer Staat. Nicht bei ihrer Gründung im Jahr 1949 und nicht zu ihrem Ende 1990. Die von den Sowjets installierte SED-Diktatur verdiente sich vielmehr ein anderes Attribut: menschenverachtend. Dem Bau der Berliner Mauer ab dem 13. August 1961 war die dreiste Lüge Walter Ulbrichts vorausgegangen: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten." Doch im Nachhall seiner Worte wurde bereits der Beton für den "antifaschistischen Schutzwall" angerührt. Der Bildband "Die Mauer - Fotografien 1961-1992" dokumentiert die Geschichte jenes Bauwerks, das Herzstück einer sich durch Deutschland windenden waffenstarrenden Gefängnismauer für 17 Millionen Menschen war. Und ohne Waffen überwunden wurde.

von Jörg Peter Urbach, wissen.de

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