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Auf Autopilot

Wenn das Auto von alleine fährt

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Autopilot - der Stand der Technik

Doch was nun für Autos in Erprobung ist, geht einen gehörigen Schritt weiter. In der Fachwelt spricht man vom „autonomen Fahrzeug“, das sich computergesteuert selbstständig seinen Weg sucht – und zwar auf ganz normalen Fahrbahnen, quer durch Städte, über Autobahnen, Landstraßen und Kreuzungen hinweg. Kameras und Sensoren sorgen dabei dafür, dass der Wagen nirgendwo aneckt und sich auch sonst in den Verkehrsfluss eingliedert; ein GPS-System hilft bei der Orientierung. Unterdessen können die Fahrzeuge beachtliche Leistungen erbringen. So legte im September 2011 der modifizierte Passat des Autonomos-Lab der Universität Berlin rund achtzig Kilometer im Wochenendverkehr zurück – und zwar ohne Zwischenfälle. Natürlich befinden sich bei solchen Fahrten immer Passagiere an Bord, die bei Bedarf eingreifen können. Doch der bordeigene Autopilot benötigte offenbar keine Nachhilfestunde.

Unterdessen hat auch der Internetgigant Google experimentiert – und zwar mit einer ganzen Flotte an Fahrzeugen. Dabei haben sie bereits rund 300.000 Meilen zurückgelegt; das sind beinahe eine halbe Million Kilometer. Der Clou: Sie fuhren dabei unfallfrei. Das ist natürlich außerordentlich ermutigend und deutet an, in welchem Ausmaß Fahrzeuge mit Autopilot in absehbarer Zeit auf den Straßen unterwegs sein werden; in Kalifornien sind sie bereits zugelassen. Dennoch, bis zur Markteinführung ist es noch ein weiter Schritt. Dinge wie Eis auf der Fahrbahn und Baustellenschilder machen den Gefährten noch Schwierigkeiten; zudem waren sie bislang bloß in Zweierteams unterwegs. Doch auch andere Firmen und Universtäten arbeiten an den autonomen Fahrzeugen, die nicht zuletzt helfen könnten, die Unfallquote mächtig zu drücken. Denn die wütende Frage „Wie fährt denn der eigentlich?“ dürfte sich bei ihrem akuraten Straßenverhalten eigentlich nicht stellen.

wissen.de-Autor Dr. Kai Jürgens, Okt. 2012
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