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Abitur: Fünf Strategien gegen die Prüfungsangst

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Lernegruppe in einer Bibliothek
In Lerngruppen kann man nicht nur den Lernstoff besser verstehen, sondern auch das Wissen schon einmal abklopfen.
3. Rollenspiele

Rollenspiele sind auch eine gute Möglichkeit, um schon im Vorfeld einer Prüfungsangst vorzubeugen, insbesondere, wenn es um die gefürchtete mündliche Prüfung geht. Mögliche Prüfungsfragen und -antworten und kritische Situationen können wir gut zu Hause mit Schulkameraden, Geschwistern oder einem Elternteil wiederholt durchspielen. Das vermittelt Sicherheit: Zum Beispiel wie wir damit umgehen können, wenn wir mal keine Antwort auf eine Frage wissen.

Je realistischer das Setting bei einer solchen "Generalprobe", desto besser. Wir dürfen also – wenn das hilft – ruhig überlegen, in welcher Kleidung wir uns am Prüfungstag wohl fühlen und diese auch in der simulierten Prüfung tragen. Zudem ist es ratsam, sich auch im Rollenspiel gleich mehreren "Prüfern" gegenüberzustellen. Schließlich werden in der echten Prüfungssituation auch noch Schriftführer und Zweitprüfer anwesend sein.

4. Sport

Ebenfalls schon im Vorfeld kann Sport helfen. Denn Bewegung macht den Kopf frei und sorgt für einen körperlichen Ausgleich zu den anstrengenden geistigen Tätigkeiten. Wer den Lernstoff an sich gut beherrscht und sich letztlich auch gut konzentrieren kann, sollte sich regelmäßig zu sportlichen Aktivitäten durchringen – auch wenn die Zeit knapp ist. Gerade wenn wir einen hohen Anspruch an uns selbst haben, gönnen wir uns solche Auszeiten oft nicht. Wir bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn wir in einer Lernphase etwas Anderes tun als zu lernen. Doch das ist für den Lernerfolg sogar eher kontraproduktiv.

Die Bewegung fördert einerseits die Durchblutung des Gehirns und macht es damit wieder frisch für neue Aufgaben. Andererseits verschaffen die Joggingrunde im Park oder die Yogastunde unserem Denkorgan eine dringend nötige Pause. Denn Studien zeigen, dass sich das Gelernte auch setzen muss und Gehirn wie Körper dringend Ruhe- und Ausgleichsphasen brauchen. Nur dann bleiben sie mittel- bis langfristig leistungsfähig und die gefürchteten Blockaden bleiben aus. Weniger ist manchmal eben mehr.

5. Kleine Schritte

Wenn noch genug Zeit bis zum Prüfungstermin ist, hilft eine strukturierte Einteilung des Lernstoffes in viele kleine Häppchen, die jedes für sich leicht erreichbar sind. Gute Ziele oder gute Vorsätze sollten immer ganz konkret formuliert werden. Statt zu sagen "Morgen fange ich an zu lernen", sollten wir uns genau festlegen: "Morgen von 9 bis 11 Uhr lese ich die zwei Kapitel im Buch XY und markiere zentrale Punkte. Dann mache ich eine halbe Stunde Pause und gönne mir eine Runde um den Block…" und so weiter, empfiehlt Expertin Mierke.

Dieses Prinzip der kleinen Schritte wird auch im Buch "Momo" von Michael Ende schön verdeutlicht. Dort sagt die Figur Beppo der Straßenkehrer: "Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken. Immer nur an den nächsten Schritt, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und auf einmal merkt man dann irgendwann, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat." Wer diese Herangehensweise auf das Lernen für Prüfungen überträgt, kommt viel entspannter ans Ziel.

Wer sich an die Tipps der Expertin hält, braucht die anstehenden Prüfungen nicht mehr zu fürchten. Doch die beste Strategie gegen Prüfungsangst ist wohl einfach eine gute und vor allem rechtzeitige Vorbereitung.

CLU, 24.04.2017
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