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Zugvögel: Wer fliegt weg, wer bleibt, wer kommt?

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Navi im Kopf

Bei ihrem langen Flug über Land und Meer lassen sich die Vögel in erster Linie durchs Magnetfeld der Erde leiten. Spezielle Organe im Vogelauge machen das Erdmagnetfeld für die Tiere sichtbar. Einige Vögel wie die Rotkehlchen haben zusätzlich winzige Eisenkristalle im Oberschnabel, die wie ein kleiner Kompass funktionieren. Aber auch Landmarken wie beispielsweise Flüsse helfen ihnen dabei, die Route zu finden.

Vielen europäischen Zugvögeln wird ihr alljährlicher Zug von Europa nach Afrika und zurück allerdings zum Verhängnis. Denn rund um das Mittelmeer werden jeden Frühjahr und Herbst Millionen von Feldlerchen, Drosseln und Kiebitze offiziell zum Abschuss freigegeben. In anderen Gegenden, beispielsweise in Ägypten, fangen Wilderer die Zugvögel mit langen Netzen.

Im Winter kommen dafür neue Gäste

Ende Oktober sind die meisten Zugvögel aus Deutschland abgereist. Einsam wird es trotzdem nicht, denn einige Arten harren den Winter bei uns aus. Dazu gehört der Eichelhäher. Er hat im Herbst vorgesorgt und Eicheln im Boden vergraben, damit er auch im Winter zu fressen hat. Der Kleiber versteckt Samen und Nüsse unter Baumrinden. Andere Arten kommen aus dem Norden hinzu. Blau- und Kohlmeisen stellen im Winter ihre Ernährung um. Da sie im Winter kaum noch Insekten finden, weichen sie zusätzlich auf Samen und Körner aus.

Eichelhäher auf verschneitem Ast
Winterfest - der Eichelhäher harrt den Winter über bei uns aus.

Und: „Während die heimischen Vögel Deutschland verlassen haben, kommen aus dem Hohen Norden neue Gäste hinzu“, sagt Cyriacks. „Im heimischen Garten bemerkt  man den Unterschied kaum – genaues Hinschauen lohnt sich.“ Auch Raufußbussard, Saatgänse oder die bunten Seidenschwänze  kommen aus dem Nordosten Europas zu uns, um der nordischen Kälte und dem Nahrungsmangel zu entgehen.

NPO / Deutsche Wildtierstiftung, 17.09.2015
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