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Zeitumstellung – die ungeliebte Sommerzeit beginnt

Es ist wieder soweit: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag werden die Uhren umgestellt – die Sommerzeit beginnt. Und wie immer stellt sich die Frage: Müssen wir die Uhr vor- oder zurückdrehen? Müssen wir eine Stunde früher aufstehen oder dürfen wir länger ausschlafen? Es ist eine elendige Angelegenheit, die nicht nur im Terminkalender für Probleme sorgt, sondern auch bei unserer Gesundheit.

Ziffernblatt mit Angaben zu Umstellung
Am letzten Sonntag im März werden die Uhren um 02:00 Uhr nachts auf 03:00 Uhr vorgestellt.

In der Nacht auf Sonntag, den 29. März 2020, wird wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Wir müssen dafür die Uhren eine Stunde vorstellen. Merken kann man sich das unter anderem mit diesem Merkspruch: "In der warmen Jahreszeit stellen wir die Gartenmöbel vor das Haus, also wird die Uhr auch eine Stunde vorgestellt". Der Sinn der Sommerzeit war es ursprünglich, die langen, hellen Sommerabende besser auszunutzen und so Strom zu sparen. Ob das tatsächlich etwas bringt, ist allerdings umstritten.

Und auch sonst hält sich die Begeisterung für die Sommerzeit eher in Grenzen. Immer mehr Menschen haben keine Lust auf das Hin und Her mit der Uhr. In Deutschland lehnen inzwischen 73 Prozent der Menschen das halbjährliche Umstellen der Uhren ab, wie eine repräsentative Umfrage der DAK-Gesundheit ergab. Damit wächst der Widerstand von Jahr zu Jahr – in 2013 empfanden dies noch vier Prozent weniger als störend.

Zeitunterschied ist wie ein Mini-Jetlag

Eine Wahl haben wir jedoch nicht und das bedeutet für die meisten am Montag: Sie müssen eine Stunde eher raus. Diese Stunde Unterschied macht sich dabei ganz schön bemerkbar. „Früher aus den Federn, später ins Bett – die Zeitumstellung ist vergleichbar mit einem kleinen Jetlag“, so DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Bei vielen wirkt sich das vermeintlich unbedeutende Drehen an der Uhr spürbar auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.“

Der Grund dafür: Unsere innere Uhr ist auf den Rhythmus von Tag und Nacht eingestellt. Sie steuert unter anderem unsere Hormone und damit auch, wann wir müde und wann wach und fit sind. Geeicht wird dieser innere Rhythmus durch den Wechsel von Licht und Dunkel. Wenn sich nun unser Lebensrhythmus um eine Stunde verschiebt, bringt das die innere Uhr vorübergehend aus dem Takt – sie hinkt einige Tage hinterher.

Gesundheitliche Probleme dank Zeitumstellung

Und das macht vielen Menschen Probleme: Wie die DAK-Studie ergab, hatten im letzten Jahr drei von zehn Befragten Probleme aufgrund der Zeitumstellung. Besonders betroffen von dem Drehen am Uhrzeiger sind Frauen: Ein Drittel klagt über Schwierigkeiten nach der Zeitumstellung, bei Männern hingegen nur etwa ein Viertel. Insgesamt am häufigsten litten die 45- bis 59-Jährigen darunter (36 Prozent).

Dabei treten am häufigsten generelle Ermüdungserscheinungen auf, wovon drei von vier Betroffenen berichten. Den Zusammenhang können wir uns noch sehr leicht erklären, schließlich müssen wir eher raus und 62 Prozent klagen zudem darüber, abends Einschlafprobleme zu haben. Die Folgen sind meist, dass man sich schlechter konzentrieren kann (36 Prozent) oder schlicht und einfach zu spät auf der Arbeit erscheint (etwa jeder fünfte).

Aber auch Krankmeldungen flattern an den Tagen nach der Umstellung häufiger im Büro ein. Dies bestätigten auch die Unternehmen, die in den drei Tagen nach der Umstellung sogar 15 Prozent mehr Kranke verzeichnen als an vergleichbaren Werktagen. 12 Prozent nannten die Zeitumstellung gar als Auslöser für depressive Verstimmungen und auch Herzinfarkte werden nach der Zeitumstellung häufiger gemeldet.

Das hilft: Reinschleichen und viel frische Luft

Aber was kann man dagegen tun? „Der Biorhythmus stellt sich nicht von einem Tag zum anderen auf das fehlende Licht am Morgen und die ungewohnte Helligkeit am Abend ein“, meint die Expertin. Um sich für den harten Umbruch vorzubereiten, kann man sich schon Tage vorher Stück für Stück dem neuen Rhythmus anpassen, indem man immer etwas eher ins Bett geht und bereits etwas eher aufsteht.

Außerdem empfiehlt die Ärztin: „Frische Luft, bewusste Entspannung und Gelassenheit sind die besten Mittel, um möglichst schnell wieder in den Takt zu kommen.“ Tabu ist dagegen ein Mittagsschlaf, denn er hindert die innere Uhr daran, sich an den geänderten Rhythmus anzupassen. Günstiger ist es, abends halbwegs pünktlich ins Bett zu gehen und auf einen möglichst regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu achten. Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft ebenfalls, denn auf diese Weise bekommt unsere innere Uhr die Lichtreize, die sie für ihre Eichung benötigt.

Unterschiedliche Uhrzeiten im gleichen Land

Wenn Sie glauben, das Hin und Her hierzulande ist anstrengend und kompliziert: Es gibt viele Länder, in denen wird je nach Bundesland oder Bundesstaat auf Sommerzeit verzichtet oder nicht. In Australien gibt es sogar eine Stadt, besser gesagt eine Verschmelzung von den zwei Städten Coolangatta und Tweed Heads, welche genau auf der Grenze zweier solcher Bundesländer liegt, die sich in Sachen Zeitumstellung nicht einig sind.

Die Umstellung findet dort entsprechend im Südsommer statt, also wenn wir Winter haben. Dies geschieht jedoch nur im südlichen Teil der Stadt und führt immer wieder zu einem kleinen Chaos. Das bedeutet außerdem für die Einwohner zwischen Oktober und April zwei verschiedene Öffnungszeiten, zwei verschiedene Arbeitszeiten und zwei Mal Silvester – in einem Ort.

Wenn Sie dank Zeitumstellung abends mal wieder Probleme haben einzuschlafen, hilft Ihnen vielleicht ein unkonventioneller Trick:

MAH
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