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Zeitumstellung – die ungeliebte Sommerzeit beginnt

Es ist wieder soweit: In der Nacht vom Samstag auf Sonntag werden die Uhren umgestellt – die Sommerzeit beginnt. Und wie immer stellt sich die Frage: Müssen wir die Uhr vor- oder zurückdrehen? Müssen wir eine Stunde früher aufstehen oder dürfen wir länger ausschlafen? Es ist eine elendige Angelegenheit, die nicht nur im Terminkalender für Probleme sorgt, sondern auch bei unserer Gesundheit.

Ziffernblatt mit Angaben zu Umstellung
Am letzten Sonntag im März werden die Uhren um 02:00 Uhr nachts auf 03:00 Uhr vorgestellt.

In der Nacht auf Sonntag, den 31. März 2018, wird wieder auf die Sommerzeit umgestellt. Wir müssen dafür die Uhren eine Stunde vorstellen. Merken kann man sich das unter anderem mit diesem Merkspruch: "In der warmen Jahreszeit stellen wir die Gartenmöbel vor das Haus, also wird die Uhr auch eine Stunde vorgestellt". Der Sinn der Sommerzeit war es ursprünglich, die langen, hellen Sommerabende besser auszunutzen und so Strom zu sparen. Ob das tatsächlich etwas bringt, ist allerdings umstritten.

Und auch sonst hält sich die Begeisterung für die Sommerzeit eher in Grenzen. Immer mehr Menschen haben keine Lust auf das Hin und Her mit der Uhr. In Deutschland lehnen inzwischen 73 Prozent der Menschen das halbjährliche Umstellen der Uhren ab, wie eine repräsentative Umfrage der DAK-Gesundheit ergab. Damit wächst der Widerstand von Jahr zu Jahr – in 2013 empfanden dies noch vier Prozent weniger als störend.

Zeitunterschied ist wie ein Mini-Jetlag

Eine Wahl haben wir jedoch nicht und das bedeutet für die meisten am Montag: Sie müssen eine Stunde eher raus. Diese Stunde Unterschied macht sich dabei ganz schön bemerkbar. „Früher aus den Federn, später ins Bett – die Zeitumstellung ist vergleichbar mit einem kleinen Jetlag“, so DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Bei vielen wirkt sich das vermeintlich unbedeutende Drehen an der Uhr spürbar auf Gesundheit und Wohlbefinden aus.“

Der Grund dafür: Unsere innere Uhr ist auf den Rhythmus von Tag und Nacht eingestellt. Sie steuert unter anderem unsere Hormone und damit auch, wann wir müde und wann wach und fit sind. Geeicht wird dieser innere Rhythmus durch den Wechsel von Licht und Dunkel. Wenn sich nun unser Lebensrhythmus um eine Stunde verschiebt, bringt das die innere Uhr vorübergehend aus dem Takt – sie hinkt einige Tage hinterher.

Gesundheitliche Probleme dank Zeitumstellung

Und das macht vielen Menschen Probleme: Wie die DAK-Studie ergab, hatten im letzten Jahr drei von zehn Befragten Probleme aufgrund der Zeitumstellung. Besonders betroffen von dem Drehen am Uhrzeiger sind Frauen: Ein Drittel klagt über Schwierigkeiten nach der Zeitumstellung, bei Männern hingegen nur etwa ein Viertel. Insgesamt am häufigsten litten die 45- bis 59-Jährigen darunter (36 Prozent).

Dabei treten am häufigsten generelle Ermüdungserscheinungen auf, wovon drei von vier Betroffenen berichten. Den Zusammenhang können wir uns noch sehr leicht erklären, schließlich müssen wir eher raus und 62 Prozent klagen zudem darüber, abends Einschlafprobleme zu haben. Die Folgen sind meist, dass man sich schlechter konzentrieren kann (36 Prozent) oder schlicht und einfach zu spät auf der Arbeit erscheint (etwa jeder fünfte).

Aber auch Krankmeldungen flattern an den Tagen nach der Umstellung häufiger im Büro ein. Dies bestätigten auch die Unternehmen, die in den drei Tagen nach der Umstellung sogar 15 Prozent mehr Kranke verzeichnen als an vergleichbaren Werktagen. 12 Prozent nannten die Zeitumstellung gar als Auslöser für depressive Verstimmungen und auch Herzinfarkte werden nach der Zeitumstellung häufiger gemeldet.

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