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Zehn düstere Orte zum Gruseln

Ob gespenstische Wälder, bizarre Knochentürme oder verlassene Heilstätten: Deutschland hat einiges an Gruselfaktor zu bieten. Statt eine Halloween-Party zu veranstalten oder auf der Suche nach Süßem von Tür zu Tür zu ziehen, könnte beim diesjährigen Gruselfest doch einmal der Besuch eines düsteren Ortes auf dem Programm stehen! Wir stellen zehn Ziele vor, die Besuchern garantiert das Fürchten lehren.

"Gespensterwald" von Nienhagen
Der "Gespensterwald" von Nienhagen bietet insbesondere bei Dämmerung und bei Nebel einen wahrhaft gespenstischen Anblick.

1. Gespensterwald Nienhagen

Bei strahlendem Sonnenschein ist der Wald an der Ostseeküste in Nienhagen ein wunderschöner Ort. Bei ausgedehnten Spaziergängen trifft man hier auf bizarre, märchenhaft anmutende Bäume und hat einen unmittelbaren Kontakt zur urwüchsigen Natur. Doch wenn Nebel aufzieht und sich die großen, dürren Bäume im schummrigen Mondlicht zu unheimlichen Gestalten verwandeln, wird schnell klar, warum dieser Wald Gespensterwald heißt.

2. Hamburg Dungeon

Das Hamburg Dungeon nimmt die Besucher mit auf eine 90-minütige Reise durch über 600 Jahre grauenhafter Hamburger Geschichte. Schauspieler führen durch die Zeiten der großen Flut, von Pest, Folter sowie verheerenden Bränden und Hinrichtungen. Die Besucher machen Bekanntschaft mit düsteren Gestalten wie dem Richter der heiligen Inquisition oder dem "kopflosen" Piraten Klaus Störtebeker - und werden manchmal sogar selbst Teil der Inszenierung.

Hamburg Dungeon
Im Hamburg Dungeon in der Speicherstadt sorgen Spezialeffekte und kostümierte Schauspieler für den Gruseleffekt.

3. Spreepark Berlin

Mitten im Berliner Stadtteil Treptow befindet sich ein verlassener Freizeitpark. Der Kulturpark Plänterwald, später Spreepark genannt, wurde 1969 zum 20. Geburtstag der DDR eröffnet und zählte zu seinen Hochzeiten bis zu 1,7 Millionen Besucher jährlich. Doch 2002 war Schluss: Der Betreiber war insolvent und der beliebte Vergnügungspark wurde geschlossen. Seitdem liegt das Gelände brach und hat sich zu einem beliebten "Lost Place" mitten in der Hauptstadt entwickelt. Inzwischen gibt es allerdings neue Pläne für die Zukunft des Spreeparks. Wer den verfallenen Zustand noch einmal mit eigenen Augen sehen möchte, sollte baldmöglichst eine Führung buchen!

Riesenrad und Dinofigur im Spreepark Berlin
Zu den bekanntesten „Lost Places“ in und um die deutsche Hauptstadt zählt der 2002 geschlossene Spreepark Berlin.

4. Beelitz Heilstätten

Willkommen in der gruseligsten Klinik Deutschlands! Bei der Eröffnung 1902 galten die Heilanstalten von Beelitz als größtes und modernstes Krankenhaus der Welt. In über 60 Gebäuden erholten sich Patienten von der Lungenkrankheit Tuberkulose. Heute sind die Heilstätten einer der beliebtesten verlassenen Orte Europas: Etwa 45 Minuten südlich von Berlin gelegen, zieht der Ort Hobbyfotografen, Geschichtsinteressierte und Filmteams gleichermaßen an. Die Heilstätten können bei einer Führung oder aber über einen Baumwipfelpfad besichtigt werden.

Raum in den Beelitz-Heilstätten
Die einstigen Lungenheilstätten von Beelitz sind mit ihrer Mischung aus malerischer Architektur und Verfall heute eine beliebte Filmkulisse – und ein Anziehungspunkt für Fans von "Urban Decay“ und "Ruin Porn".

5. Grusellabyrinth NRW - Bottrop

Im Grusellabyrinth NRW ist der Name Programm: Auf 6.000 Quadratmetern Fläche warten schaurige Attraktionen und gruselige Geschichten auf die Besucher. Bei der Hauptattraktion werden die Gäste durch insgesamt 16 Show- und Labyrinthabschnitte geführt. Damit sowohl große als auch kleine Gruselfans auf ihre Kosten kommen, gibt es das Spektakel einmal als familienfreundliche und einmal als Ü16-Variante. Europas größte Grusel-Erlebniswelt ist somit ein Gruselspaß für die ganze Familie!

6. Museum für Sepulkralkultur - Kassel

Das Museum für Sepulkralkultur in Kassel hat definitiv etwas Gruseliges an sich - schließlich bietet es einen Einblick in die Geschichte der Bestattungskultur und Bestattungsrituale. In der Dauerausstellung sind vor allem Exponate aus der deutschen Sepulkralkultur zu sehen, zum Beispiel Särge, Leichenwagen, Grabsteine und Trauerkleidung. Darüber hinaus gibt es aber auch spannende Filmbeiträge und wechselnde Sonderausstellungen.

Särge im Kasseler Museum für Sepulkralkultur
Ausstellungsstücke im Museum für Sepulkralkultur in Kassel.

7. Michaelskapelle Oppenheim

Von außen sieht die Michaelskapelle in Oppenheim idyllisch aus. Wirft man jedoch einen Blick durch die Gitterstäbe in das Beinhaus, stockt einem der Atem: Schädel und Knochen von über 3.000 Toten sind hier aufgetürmt. Im Mittelalter wurden im Kellerbereich sogar die Überreste von bis zu 20.000 Menschen aufbewahrt. Der skurrile Grund dafür: Nach einer Bevölkerungsexplosion fehlte es an Platz für neue Gräber, deswegen wurden alte ausgehoben und die Gebeine im Beinhaus gestapelt. Wer sich traut, kann bei einer Führung das ganze Gewölbe besichtigen.

Innenansicht des Beinhauses im Keller der Oppenheimer Michaelskapelle
Die Michaelskapelle in Oppenheim ist eines der größten und besterhaltenen Beinhäuser Deutschlands. Zwischen 1400 und 1750 wurden im Kellerbereich die sterblichen Überreste von bis zu 20.000 Menschen eingelagert.

8. Ofnethöhlen - Nördlingen

Die Ofnethöhlen im bayerischen Nördlingen erlangten überregionale Bekanntheit, als ein Forscher vor etwa 100 Jahren über 30 Schädel von Frauen, Männern und Kindern hier fand. Bis heute weiß keiner so genau, was es mit diesem grausamen Fund auf sich hat. Man vermutet jedoch, dass die Höhlen vor über 10.000 Jahren Schauplatz gruseliger Bestattungsrituale waren. Mutige können das riesige Höhlensystem heute besichtigen.

9. Pestkapelle Weilheim

Unzählige schaurige Geschichten ranken sich um die Pollingsrieder Kapelle in der Nähe von Weilheim. Die kleine Kapelle wurde im 18. Jahrhundert auf einem Pestfriedhof mitten im Wald erbaut. Es heißt, dass dort früher Pestopfer auch in die Brunnen geworfen wurden. Noch heute sind die fünf Brunnen, die angeblich ein Pentagramm bilden, zu sehen. Rund um die Kapelle soll es seither spuken und noch immer hält sich hartnäckig der Glaube, dass der ganze Wald verflucht sei. Kein Wunder also, dass es eine beliebte Mutprobe unter Jugendlichen ist, nachts im Wald die Kapelle aufzusuchen!

Südansicht der Pollingsrieder Kapelle
Tagsüber wirkt die Pollingsrieder Kapelle eher idyllisch als bedrohlich. Nachts soll es dort aber zuverlässig spuken.

10. Schlosshotel Waldlust - Freudenstadt

Ein menschenleeres Hotel in gruseliger, verschneiter Landschaft? Filmfans müssen da sicher gleich an Stephen Kings "The Shining" denken. Während das Overlook-Hotel im Film fiktiv war, gibt es im Schwarzwald tatsächlich ein verfluchtes Hotel – wenn man den Legenden glaubt. Das verlassene Schlosshotel Waldlust wurde 1902 eröffnet und erlangte schnell Weltruhm. Doch mit dem zweiten Weltkrieg war alles auf einen Schlag vorbei: Das Hotel wurde zum Lazarett und viele Menschen verloren in den prunkvollen Räumen des einstigen Nobel-Hotels ihr Leben.

Zwar öffnete das Hotel später wieder seine Tore, der Ruhm kehrte aber nie zurück - im Gegenteil. Bereits in den 1960er Jahren sprachen Angestellte erstmals von Geistererscheinungen. Die Vorfälle häuften sich, sodass das Hotel als Ort unerlöster Seelen bekannt wurde und 2005 letztendlich komplett geschlossen wurde. Die Schilderungen von Gästen und Angestellten waren so skurril, dass Forscher dem Spuk auf den Grund gingen. Das Ergebnis: Viele Erscheinungen können auf Störungen der Hauselektrik zurückgeführt werden - aber eben nicht alle. Wer selbst herausfinden möchte, ob es in dem Hotel spukt, kann bei einer kostenlosen Führung auf Geisterjagd gehen.

Travelcircus / DAL, 31.10.2019
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