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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Wurm

dieses Substantiv
mhd., ahd.
wurm „Kriechtier“ entstammt wahrscheinlich der
idg.
Verbalwurzel *uer „drehen, biegen, winden“ (vgl.
lat.
vermis „Wurm“); das Alte Testament unterscheidet je nach Art ihrer Fortbewegung vier Gattungen von Tieren: die laufenden, die kriechenden, die fliegenden und die schwimmenden (Gen. 1,2025); die kriechenden Tiere, zu denen neben dem, was man heute als Wurm bezeichnet, Maden und Käfer, aber auch Reptilien und sogar Drachen (vgl. Lindwurm) zählten, wurden unter dem Begriff Wurm zusammengefasst; sie gehörten seit jeher zu den Tieren, die dem Menschen das größte Unbehagen einflößten, wobei die Schlange meist als das furchterregendste Geschöpf dieser Gruppe angesehen wurde; kleinere Würmer brachte man hingegen gerne mit den verschiedensten Krankheiten in Verbindung, so wurden je nach Art der Beschwerden Herzwürmer, Hirnwürmer, Blutwürmer, Kopf oder Haarwürmer sowie Gürtel oder gar Gewissenswürmer als Krankheitsursache gesehen; die Redensart jmdm. die Würmer aus der Nase ziehen „jmdm. mühsam eine Antwort entlocken (müssen)“ entspringt dem Umstand, dass diverse Kurpfuscher selbstverständlich gegen hohe Bezahlung versprachen, Leiden dieser Art zu heilen, und zur Demonstration ihres Könnens, einer Versuchsperson öffentlich die berüchtigten „Würmer aus der Nase zogen“
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