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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Wolle

diese Bezeichnung für das Haarkleid mancher Tiere
mhd.
wolle,
ahd.
wolla wurzelt in
idg.
*ulnā in ders. Bed.; das
idg.
Wort selbst könnte zum einen im Sinne von „Gerupftes“ aus
idg.
*uel „(an sich) reißen, rupfen“ oder zum anderen im Sinne von „Gekräuseltes“ aus gleichlautend
idg.
*uel „drehen, winden“ hervorgegangen sein
[Info]
Wolle: in der Wolle gefärbt
Die Wolle tritt, obwohl sie für Textilien unentbehrlich war, in deutschen Redewendungen nicht allzu häufig auf. Eine auch heute noch anzutreffende Wendung ist in der Wolle gefärbt „ganz echt, durch und durch“, die sich heute meist attributiv auf einen Menschen bezieht und Zeitungslesern noch häufiger in Kontexten wie ein in der Wolle gefärbter Sozialdemokrat „ein waschechter Sozialdemokrat“ begegnet. Diese Wendung ist bereits früh, in der Redensartensammlung des Predigers Geiler von Kaysersberg, verzeichnet, der von 1445 bis 1510 lebte. Grundlage ist, dass man Wolle schon verarbeitet als Tuch oder in der unverarbeiteten Form, eben in der Wolle, färben kann, wobei bei der zweiten Methode die Farbe die Wolle stärker durchdringt und sie so auch besser hält. Eine andere Redensart, in der die Wolle erwähnt wird, ist sich in die Wolle kriegen. In diesem erst im 20. Jahrhundert belegten Ausdruck steht Wolle scherzhaft für „Haupthaar“.
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