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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Universität
Die ersten Universitäten entstanden im 11. Jh. in Italien. Als älteste europäische Hochschule gilt die 1088 als Rechtsschule gegründete Universität von Bologna. Formal älter ist die Medizinschule von Salerno (1057), in der allerdings nur ein Fach gelehrt wurde, was dem wörtlichen Sinn von Universität eigentlich nicht entspricht: Das zugrundeliegende
lat.
Wort universitas bedeutet nämlich „Gesamtheit“ und unterstreicht den Anspruch der Universität, die sich auch universitas litterarum, magistrorum, scolarium nannte („Gesamtheit der Wissenschaften, Lehrenden, Lernenden“), alle wissenschaftlichen Fachbereiche abzudecken. Die ersten Studenten waren ausgewählte Adelssöhne, die von weltlichen Gelehrten unterrichtet wurden. Im 12. Jahrhundert begann die erste Gründungswelle, in deren Folge beispielsweise die Universitäten von Paris (1150 bis 1170), Oxford (1167), Cambridge (1209) und Salamanca (1218) entstanden. Im 14. Jahrhundert erreichte diese Art der Bildungseinrichtung mit der zweiten Gründungswelle auch den deutschen Sprachraum, zunächst mussten die deutschen Studenten aber in Bologna oder Prag (seit 1348) studieren. Als erste Universitätsstandorte im deutschen Sprachraum gelten Wien (1365), Heidelberg (1386) und Köln (1388), wobei nur der Lehrbetrieb in Heidelberg seitdem ohne Unterbrechung aufrechterhalten wurde.
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