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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Suffragetten
Ursprung der Wahlrechtsbewegung der Frauen in Großbritannien und den USA, die man als Suffragetten bezeichnet, war der Protest gegen ein 1864 erstmals erlassenes Gesetz zur Eindämmung von Geschlechtskrankheiten in der britischen Armee. Dies ermächtigte die Polizei, gegen (angebliche) Prostituierte vorzugehen. Der Widerstand der britischen Frauen gegen dieses Gesetz formierte sich 1869, es wurde jedoch erst 1885 endgültig aufgehoben. Nach wie vor hatten Frauen kein Wahlrecht, was die Britin Emmeline Pankhurst 1903 dazu veranlasste, die Women's Social and Political Union zu gründen. Es folgten Demonstrationen und Hungerstreiks; und um ihre Anliegen durchzusetzen, brachen die Suffragetten gezielt Tabus, beispielsweise rauchten sie demonstrativ in der Öffentlichkeit, was damals Männern vorbehalten war. 1910 scheiterten sie mit einer Gesetzesinitiative und gingen nun zu einer Form von Terrorismus über: sie warfen Schaufenster ein, zündeten Landsitze an und verübten Bombenattentate, etwa auf Westminster Abbey. Im Ersten Weltkrieg wurde die Wahlrechtskampagne zwar unterbrochen, doch angesichts mangelnder männlicher Arbeitskräfte wurde die gesellschaftliche Stellung der Frauen immer stärker. Endgültig erreichten die Suffragetten ihre Ziele jedoch erst, als das Frauenwahlrecht 1919 in den USA und 1928 in Großbritannien eingeführt wurde.
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