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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Segel

lässt sich auf
germ.
*segla zurückführen; darüber hinaus ist die Herkunft unklar, entweder leitet es sich i. S. v. „abgeschnittenes Stück Tuch“ von
idg.
*sek- „schneiden“ (Säge) her oder ist verwandt mit
lat.
sagulum „Mantel“
[Info]
Segel: die Segel streichen
Als Streichen bezeichnen Seeleute das „Einholen“ der Segel. Ein Kapitän, der in früheren Zeiten vor jemandem die Segel strich, gab zu verstehen, dass er sich dem Feind ergab so wie heute noch das Hissen der weißen Fahne als Zeichen der Kapitulation gilt. Die Wendung ist schon im 16. Jahrhundert belegt. In der Hildesheimer Chronik des Johann Oldecop heißt es: „De Engelschen streken ere segeln.“ Heute verwendet man die Redensart, deren Inhalt an Land eher mit die Waffen strecken wiedergegeben werden müsste, aber nicht nur, wenn man von aufgebenden Seefahrern spricht, sondern auch, wenn jemand ganz allgemein signalisiert, dass er aufgibt. Oft wird die Wendung in der Sportsprache in der Form die Segel streichen müssen gebraucht und bedeutet dann so viel wie „aus einem Turnier ausscheiden“. Aber auch in Bezug auf Firmen ist die Wendung anzutreffen, die in diesem Kontext „aufgeben“, „den Betrieb schließen“ bedeutet. Dies fügt sich gut in die Wirtschaftssprache ein, in der bedeutende Firmen gern als Flaggschiffe und einflussreiche Manager als Wirtschaftskapitäne bezeichnet werden, die Klippen umschiffen müssen.
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