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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

1. Rang

1.
Stellung, Stufe
2.
im Theater:
Stockwerk
frz.
rang „Stufe, Stellung (die jmdm. zukommt); Reihe, Ordnung“, aus
altfrz.
renc „Kreis“ (der Gerichtsversammlung, in dem die Verhandlung stattfand), aus
fränk.
*ring „Kreis, Ring“
2. Rang
in der Wendung:
jmdm. den Rang ablaufen, streitig machen: mit jmdm. wetteifern, ihn übertreffen
aus
süddt., schweiz.
Rank „Wendung, Kurve, Wegkrümmung“, aus
mhd.
ranc „schnelle, drehende Bewegung“
[Info]
Rang: jemandem den Rang ablaufen
In der Redensart jemandem den Rang ablaufen „jemanden übertreffen“ ist ursprünglich nicht der Rang gemeint, sondern das Wort Rank bzw. Ränke, das wir heute zumeist in der Wendung Ränke schmieden „intrigieren“ kennen. Rank oder Ränke bedeutete in früherer Zeit „schnelle, drehende Bewegung im Kampf“ sowie „rasche Handbewegungen“ (dieser Aspekt ist noch in der Wendung händeringend nach etwas suchen anzutreffen). Später entwickelte sich unter dem Eindruck dieser Verrenkungen die übertragene Bedeutung „List, Betrug“. So meint jemandem den Rang ablaufen eigentlich „jemanden im Wettlauf besiegen, indem man selbst gerade läuft, während der Gegner einen gekrümmten Weg zurücklegt“. Dies kann man heute auch dadurch erreichen, dass man die Kurve schneidet. Bereits im 18. Jahrhundert wurde diese alte Bedeutung jedoch nicht mehr verstanden, so dass das im 17. Jahrhundert aus dem
Frz.
entlehnte Substantiv Rang das Wort Rank ersetzte. Das Vorbild für die Entlehnung, die
mfrz.
Form renc, ist mit Ring verwandt; sie bezeichnete anfangs den Kreis derer, die zu Gericht geladen sind, später auch die Zuschauerränge bei Kampfspielen. Wenn wir heute vom Rang im Theater sprechen, beziehen wir uns genau auf dieses alte Bild.
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