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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
plündern
Plündern hört sich nicht nur so ähnlich an wie Plunder, es ist auch damit verwandt. Im 14. Jahrhundert tritt das Wort Plunder „gebrauchter Kram, wertloses Zeug“ auf, das von
mnddt.
plunderware „Hausgerät, Kleider, Wäsche“ abgeleitet ist und mnddt. auch als plunder sowie mndrl. als plunder oder plonder „gebrauchter Hausrat, Bettzeug“ belegt ist. Daneben existierten im Mnddt. auch die Formen plunde und plunne „Kram“, und aus Letzterem entstand das dialektale Wort Plünnen „Kram, Klamotten“, das man heute noch im westfälischen Dialekt (in Sätzen wie nimm mal deine Plünnen hier weg) hören kann. Aus dem zu plunder gebildeten
mnddt.
Verb plunderen wiederum entstand (neben dem mengl. Wort plunder) auch das gleichbedeutende nhd. plündern „ausrauben, rücksichtslos wegnehmen“. Die Bedeutung dieses Wortes war ursprünglich wertneutral „Dinge ohne großen Wert wegnehmen“, doch nahm es mit der Zeit einen abwertenden Sinn an. Im Gefolge von Kriegen kam es häufig zu verheerenden Plünderungen. Heute spricht man von Plünderei, wenn beispielsweise Menschen, die bei Naturkatastrophen evakuiert werden, ihre letzten Habseligkeiten von Dieben entwendet werden.
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