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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Palme

ein tropischer Baum
aus
lat.
palma „offene oder flache Hand“, wegen der gefächerten Blätter mancher Arten, die einer ausgestreckten Hand ähneln
[Info]
Palme: jmdn. auf die Palme bringen
Wer jemanden auf die Palme bringt, macht ihn rasend vor Wut. Darin enthalten ist die Idee, dass Wütende sich in Rage aufrichten oder hochgehen, die sich auch in Redensarten wie die Wände hochgehen niederschlägt. Letztere ist schon im 16. Jahrhundert belegt, und zwar 1551 in der von Caspar Scheidt angefertigten deutschen Übersetzung des auf Latein verfassten Grobianus des Dichters Friedrich Dedekind (der damit auch die sogenannte grobianische Dichtung begründete): „Lauf die wend auff weil du so fuchswild bist“. Die Rolle der Palme in der Redensart jemanden auf die Palme bringen indes ist bislang noch nicht zufriedenstellend geklärt. Während die einen darin nur eine Vergegenständlichung und bildliche Ausschmückung sehen Palmen werden recht hoch, sie haben oft sehr hoch sitzende Äste, daher braucht man eine gehörige Portion Wut, um auf eine Palme zu gelangen , versuchen andere eher scherzhaft, diese Verhaltensweise des Menschen auf eine tierische Sitte zurückzuführen. Sie erklären die Redensart damit, dass aufgeregte Affen sich in die nächstliegenden hohen Bäume schwingen.
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