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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Meister

das Wort,
mhd.
meister,
ahd.
meistar, ist eine Entlehnung aus
lat.
magister „Anführer, Lehrer, Vorsteher“; gleichen Ursprungs sind auch
frz.
maître und
ital.
maestro; die Ableitung
meistern
„schaffen, bezwingen“ lässt sich auf
mhd.
meistern „lehren, erziehen“,
ahd.
meistaron „vorstehen, anführen“ zurückführen und erlangte erst in neuhochdeutscher Zeit seine heutige Bedeutung
[Info]
Meister: seinen Meister finden
Wer seinen Meister findet, der bekommt von einem anderen seine Grenzen aufgezeigt, ist ihm an Kraft, Kunstfertigkeit oder Intellekt unterlegen und im Vergleich mit ihm ein Schüler oder Geselle. Hintergrund ist der Begriff des Meisters, wie er im Handwerk und in den artes mechanicae, also etwa der Malerei und der Bildhauerei, geläufig war und teils heute noch ist. Der Meister ist der höchste Handwerkstitel, der sich von dem
lat.
Wort magister ableitet, das bis vor kurzem noch einen Titel bezeichnete jedoch im universitären Bereich: Bis ins 15. Jahrhundert stand der Magister mit dem Doktor auf einer Stufe. Erst danach wurde er zur Vorstufe des Doktorgrads, bevor man ihn im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts als akademischen Grad durch den Master ersetzte.
Dies jedoch hat ihn im Grunde nur anglisiert, denn auch engl. master leitet sich wie Meister von magister ab, dem wiederum das
lat.
Adjektiv magnus „groß“ zugrunde liegt. Auch in anderen Sprachen wie dem Italienischen (maestro) und dem Französischen (maître) hat der Magister seine sprachlichen Spuren hinterlassen.
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