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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Krethi und Plethi
Heute verwendet man die Wendung Krethi und Plethi „alle möglichen Leute, Gesindel“ abfällig, stärker noch als Hinz und Kunz „dieser und jener“. Am Anfang dieser und vieler anderen deutscher Wendungen stand das Alte Testament, und in diesem zählen die Krethi und Plethi noch zu den wichtigsten Helfern König Davids. Seit einiger Zeit geht man davon aus, dass sich die Wörter auf Eigenschaften führender Gefolgsleute des Königs David beziehen. Danach sind krethi (
hebr.
für „ töten“) die „Scharfrichter“, während plethi (hebr. für „davoneilen“) Davids „Eilkuriere“ meint, die königliche Erlässe transportierten. Erst ihre für das Volk negativen Funktionen sollen bewirkt haben, dass Krethi und Plethi in dieser Wendung eine abwertende Bedeutung bekommen hat. Zuvor hatte man angenommen, dass mit Krethi und Plethi die „Kreter“ und „Philister“ bzw. „Phönizier“ gemeint seien, also Ausländer im Dienste des großen Königs der Juden eine Auffassung, die prägend für die heutige Bedeutung der Wendung war, weil man sich dahinter verschiedene, bunt vermischte Stämme vorstellte.
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