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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Fraktur reden
Die im 16. Jh. entstandene Fraktur wird zuweilen auch als deutsche Schrift bezeichnet daher verwundert es, dass im Jahr 1941 ausgerechnet die von der deutschen Vorherrschaft besessenen Nationalsozialisten die Frakturschrift verboten. Kennzeichnend für die Fraktur (von
lat.
fractura „Bruch“ bzw. frangere „brechen“) sind ihre gebrochenen Buchstaben. Diese bilden einen offensichtlichen Gegensatz zur rundlettrigen lateinischen Antiquaschrift. Ebendieser Unterschied ist es auch, der die Bedeutung der Wendung mit jemandem Fraktur reden „ganz deutlich reden, klare Worte finden“ erklärt, denn in Frakturschrift wurden nur deutsche Texte gedruckt, die den einheimischen Lesern eher verständlich (also deutlicher) waren als in Antiqua gedruckte lateinische Texte. In übertragenem Gebrauch ist die Wendung Fraktur reden erstmals 1612 bei Bonifacius Sartorius in Der Schneider genug und sattsame Widerlegung literarisch angedeutet: „ auch fein mit grober Fractur hindten auff den Buckel schreiben köndte“. Als Schöpfer der Fraktur für den Buchdruck gilt der Augsburger Hofdrucker Johann (Hans) Schönsperger, der bereits 1514 das von Albrecht Dürer bebilderte Gebetbuch Kaiser Maximilians I. in der neuen Schrift setzte.
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