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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Bonze
Bonze ist in der japanischen Form bonsō die Bezeichnung für einen buddhistischen Geistlichen. Es handelt es sich ursprünglich um einen Titel, der Priestern, die als heilig angesehen wurden, in Japan zum Zeichen der Ehrerbietung verliehen wurde. Aus Frankreich und Portugal stammende Kolonialherren brachten das Wort Bonze nach Europa mit, wo es eine scherzhaftabwertende Komponente bekam, denn nun verwandte man es für scheinheilige christliche Geistliche. Doch damit war der Bedeutungswandel noch nicht abgeschlossen: In der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts diffamierte man in Deutschland und Österreich Spitzenfunktionäre der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften als Bonzen und meinte damit überhebliche Funktionäre, die nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Heute werden im Deutschen daneben auch Menschen, die ihren Reichtum gern zur Schau stellen, abwertend als Bonzen bezeichnet.
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