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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Blume
Wer etwas durch die Blume sagt, deutet das, was er eigentlich sagen möchte, nur an. Da man Blumen schon lange eine symbolische Bedeutung beimisst, liegt es nahe, dass hier die Grundlage der Redensart zu suchen ist. Wollte früher ein junges Mädchen einem Freier zu verstehen geben, dass sie ihn nicht als Bräutigam wünschte, so gab sie ihm eine bestimmte, von Region zu Region unterschiedliche Blume als Zeichen ihrer Ablehnung. Sie sprach die für den Mann unangenehme Wahrheit mithin nicht aus, sondern verhüllte sie. Entsprechend bedeutet es das Gegenteil, wenn jemand etwas unverblümt ausdrückt: Er verzichtet auf alle blumigen sprachlichen Ornamente und redet schonungslos deutlich. Eine andere Erklärung ist in der „Redeblume“ zu finden, die in dem Wort Floskel (von lateinisch flosculus „Blümchen“) heute noch aufscheint und mit der bereits im alten Rom die verzierte, verhüllte Sprache bezeichnet wurde.
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