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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH
Abitur
Bis 1687 wurde an den Universitäten des deutschsprachigen Raumes nur in lateinischer Sprache unterrichtet. Insofern verwundert es ein wenig, dass der lateinische Begriff „Abitur“ (zunächst in der Form Abiturium) erst um 1800 in den deutschen Wortschatz gelangte, als das Deutsche gerade zur Wissenschaftssprache avanciert war. Die zum lateinischen Verb abire gehörende Form abiturus bezeichnet „einen, der im Begriff ist wegzugehen“ (vgl. auch lat. abiturire „weggehen wollen“ und die deutsche Bezeichnung Abiturient). Wer das Abitur macht, verlässt demnach die Schule nach einer entsprechenden Abschlussprüfung, die man in Deutschland früher auch Maturitätsexamen („Reifeprüfung“) nannte, und erwirbt die allgemeine Hochschulreife. Diese Wortbedeutung ist heute noch sichtbar in der Bezeichnung Matura (von
lat.
maturus „reif“), die in den anderen deutschsprachigen Ländern (Österreich, Schweiz, Liechtenstein) gebräuchlich ist.
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