wissen.de
Total votes: 95
wissen.de Artikel

World Wildlife Day

Der 3. März steht weltweit unter dem Zeichen des Artenschutzes

Auch mehr als 30 Jahre nach Verabschiedung des Washingtoner Artenschutzabkommens floriert der Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Je seltener sie sind, desto höher ihr Marktwert. Um der Welt dessen Auswirkungen vor Augen zu führen, haben die Vereinten Nationen den 03. März zum "World Wildlife Day", den internationalen Tag des Artenschutzes, erklärt. Jedes Jahr gibt er Anlass, das Erreichte zu bilanzieren und sich neue Ziele zu setzen.

 

Hai und Meeresschildkröte
Hai und Meeresschildkröte

Hai und Meeresschildkröte – beide gehören zu bedrohten Tiergruppen.

Für das Bundesinstitut für Naturschutz (BfN) steht der Tag des Artenschutzes 2014 ganz im Zeichen von Haien, Holz und Handel. Der unkontrollierte Fang von Haien für Fischfilets und Gesichtscremes und der massive Raubbau an tropischen Baumarten für Parkettböden, Möbel oder Musikinstrumente bedrohen nach Ansicht des BfN die Arten weiterhin in ihrer Existenz. „Diese naturzerstörerischen Aktivitäten müssen ein Ende finden“, mahnt Beate Jessel, Präsidentin des BfN. “Deshalb müssen wir unsere Bemühungen intensivieren, den internationalen Handel mit gefährdeten Tieren und Pflanzen, ob aus den Weltmeeren oder den Tropenwäldern, legal und nachhaltig zu gestalten."

10.000 Tonnen Haifischflossen

Die meisten internationalen und regionalen Fischereiabkommen sehen keine konkreten Schutzbestimmungen für bedrohte Haiarten vor. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Arten in das CITES-Abkommen aufgenommen, das im September 2014 in Kraft tritt. Schutz und Nutzung dieser Arten können nun erstmals international besser kontrolliert werden.

Ungeschützt ist bislang auch der in der Nordsee vorkommende Heringshai (Lamna nasus). Als Meeresfilet vom „Kalbsfisch“ oder „See-Stör“ gehandelt kommt er auch auf den deutschen Mittagstisch. „Die ungebremste Nutzung der Bestände dieser Art, vor allem auch für den europäischen Markt, hat den Bestand des Heringshaies im Nordostatlantik bereits an den Rand der Ausrottung gebracht“, sagt Jessel.

Allerdings: Für die Herstellung von Medizin, Kosmetika, Lederwaren, Schmuck oder Nahrungsmitteln werden vielfach nicht genau identifizierte oder gefährdete Hai-Arten verwendet. Und das in mindestens 30 verschiedenen Produkten, wie Untersuchungen des BfN zeigen. Die Hauptexporteure dieser Meeresfische sind nach Angaben der EU-Kommission Namibia, Belize, USA, Vietnam und Japan. Allein im Jahr 2013 wurden mehr als 10.000 Tonnen Haifischflossen in die EU eingeführt.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
KEL
Total votes: 95