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Wohnen: Mythos Schimmel

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Mythos 3: Ein bisschen Schimmel ist nicht so schlimm

Das Problem an Schimmel ist: Nicht immer ist er mit bloßem Auge sichtbar. Wer also eine kleine Stelle an der Wand entdeckt, kann durchaus schon länger ein größeres Schimmelproblem haben. Oft kann nur mithilfe sogenannter Sporenmessgeräte ermittelt werden, ob Wohn- oder Arbeitsräume belastet sind. Da bislang keine Grenzwerte für Schimmelpilze festgelegt worden sind, muss nach dem Vorsorgeprinzip gehandelt werden. Denn Pilze stellen nicht nur ein hygienisches Problem dar, sondern auch ein gesundheitliches: Sie erhöhen unter anderem das Risiko für Asthma, fördern die Entstehung von Allergien und können sogar lebensgefährliche Infektionen auslösen.

Bereits ab einem Befall von 20 Quadratzentimetern besteht daher dringender Handlungsbedarf. Denn der Schimmel produziert ständig Sporen, aus denen sich binnen 72 Stunden weitere lebende Pilzkulturen entwickeln können. Die Pilze sollten immer von einem Fachmann entfernt werden. Bei unsachgemäßem Entfernen können Sporen auf die Haut und über die Atemwege in den Körper gelangen und dort zum Gesundheitsproblem werden.

Silkonfuge mit Schimmelbefall
Silikonfuge mit Schimmelbefall

Schimmelpilz im Badezimmer erweist sich oft als besonders hartnäckig, da die beim Baden oder Duschen zurückbleibende Feuchtigkeit den Belägen perfekte Lebensbedingungen bietet.

Mythos 4: Wer ausreichend lüftet, bekommt keinen Schimmel

Oft ist es unsachgemäßes Lüftungsverhalten, das der Eigentümer dem Mieter bei Schimmelpilzbefall vorwirft. Richtig ist: Regelmäßiges Stoßlüften ist wichtig, um Feuchtigkeit vom Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen nach draußen zu transportieren und die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden. Doch Schimmel kann auch trotz korrekten Lüftens entstehen.

Denn die Ursachen von Schimmelbildung sind vielfältig: So kann zum Beispiel durch undichte Bauelemente Feuchtigkeit von außen nach innen gelangen und für Schimmel günstige Bedingungen schaffen. Ebenso führt oftmals eine schlechte Wandisolation dazu, dass vermehrt Kondenswasser und damit potenziell Schimmelpilzbefall entsteht.

Condair / DAL, 15.11.2017
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