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Woher stammt der niedersächsische Brauch, Pferdeköpfe auf die Giebel von Bauernh

Der Brauch, auf niedersächsischen - übrigens auch auf westfälischen - Bauernhaus-Giebeln Pferdeköpfe zu setzen, hat wohl einen germanischen Ursprung. Wotan (Odin), Herr der Götter und Menschen, wurde das Pferd als heiliges Tier zugeschrieben. Auf diesem soll er in den zwölf heiligen Nächten (23. Dezember bis 6. Januar) als »wilder Jäger« über das Land gefegt sein und brachte Sturm, Schnee und Kälte mit.

Um Wotan milde zu stimmen, opferten ihm die Germanen in dieser Zeit Pferde an bestimmten geweihten Stätten in den Wäldern. Meist waren es Fohlen, deren Köpfe abgeschlagen und auf die Dachspitzen gesetzt wurden - als höchstes Opfer für den höchsten Gott, gut sichtbar auf der höchsten Stelle des Hauses. Wer sich besonders gut mit Wotan stellen wollte, brachte zwei Pferdeopfer. Die Köpfe der Tiere wurden gegenüber liegend auf den Giebel gesetzt.

Der Brauch wurde von einigen Landwirten in heutiger Zeit - freilich unblutiger - beibehalten. Nunmehr sind die Pferdeköpfe in Holz geschnitzt und symbolisieren die Erdverbundenheit und Tierliebe der Bauern.

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