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Wo liegen die Unterschiede zwischen den verschiedenen Corona-Tests?

Um eine Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Antigentests, PCR-Tests, Schnelltest sowie Antikörpertests stehen hier zur Verfügung. Was genau im Zusammenhang mit den verschiedenen Testverfahren rund um SARS-CoV-2 getestet wird, weiß allerdings kaum jemand. Im Folgenden zeigen wir daher, wo die Unterschiede zwischen den verschiedenen Corona-Tests liegen.

Symbolbild Corona-Schnelltest
Es gibt verschiedene Verfahren, um eine Corona-Infektion nachzuweisen.

Ein Corona-Test kann aus verschiedenen Gründen notwendig werden

Einen Corona-Test hat mittlerweile fast jeder schon einmal gemacht. Allerdings können die Gründe für eine Testung ganz unterschiedlich sein. Der wichtigste Testgrund ist meist die Sorge um die eigene Gesundheit und die nahestehender Personen: Um Infektionen zu erkennen und andere Personen nicht anzustecken, empfiehlt das Robert Koch-Instituts (RKI) Menschen mit Krankheitssymptomen die Durchführung eines Corona-Tests. Wer etwa unter Atemwegssymptomen, Fieber oder Störungen des Geschmacks- oder Geruchssinns leidet, sollte sich einem Test unterziehen.

Ferner gibt es aber noch weitere Gründe für die Durchführung eines Corona-Tests. Insbesondere die Frage danach, ob bereits in der Vergangenheit eine Covid-Infektion vorgelegen hat, kann Anlass etwa für einen Antikörpertest sein. Außerdem kann der Wunsch nach einem Urlaub im Ausland einen Corona-Test erforderlich machen. Schließlich ist bei Reisen ins Ausland heute in vielen Ländern die Vorlage eines negativen Schnell- oder PCR-Tests Einreisevoraussetzung.

Wer sich auf das Coronavirus testen lassen möchte oder muss, kann zwischen verschiedenen Testarten wählen. Was genau die verschiedenen Testformen unterscheidet, ist vielen jedoch nicht klar. Grund genug, sich die unterschiedlichen Testverfahren näher anzusehen.

Der PCR-Test

Der PCR-Labortest ist das aktuell sicherste Verfahren, um eine Covid-Infektion nachzuweisen. Wer etwa nach Österreich oder in viele andere Länder einreisen möchte, muss daher einen negativen PCR-Test vorlegen. Andere Testformen werden oft nicht akzeptiert.

Bei dem Testverfahren wird das Erbgut des Coronavirus besonders zuverlässig im Rahmen eines Labortests nachgewiesen. Um das Erbgut nachweisen zu können, ist ein Abstrich aus dem Nasen-, Mund- oder Rachenraum der zu testenden Person erforderlich. Besonders sicher lassen sich Infektionen nachweisen, wenn der Abstrich möglichst tief im Rachenraum gewonnen wird – daher wird das Testverfahren gelegentlich als unangenehm empfunden.

Ist der Abstrich genommen, kann er später in einem Labor ausgewertet werden. Diese Auswertung nimmt einige Zeit in Anspruch. Das Testergebnis liegt daher nicht schon nach wenigen Minuten, sondern in der Regel nach etwa 24 Stunden vor.

Besonders gut geeignet ist der sehr sichere PCR-Test für Personen, die sicher überprüfen möchten, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind. Der Test ist somit für Personen mit Krankheitssymptomen besonders sinnvoll. Sie können so ausschließen, das Virus auf andere Menschen zu übertragen. Außerdem ist der Test von denjenigen durchzuführen, die bei einem Antigen-Schnelltest ein positives Ergebnis erhalten haben.

Der PCR-Schnelltest

Coronavirus-PCR-Schnelltests und im Labor durchgeführte PCR-Tests basieren auf ähnlichen Testtechniken (z. B. Polymerasekettenreaktion (PCR)). Mittels dieser Techniken können beide Testformen das Erbgut des Coronavirus nachweisen. Allerdings ist bei einem PCR-Schnelltests keine Laborauswertung erforderlich. Vielmehr ist das Labor bei einem Schnelltest sozusagen bereits im Test-Kit integriert. Das bedeutet:

Wird ein Abstrich im Mund-Rachen-Raum der zu testenden Person genommen, kann die Auswertung anschließend allein mithilfe des Test-Kits sofort erfolgen. Die Auswertung wird von geschulten Mitarbeitern des Testzentrums durchgeführt. Ein Transport des Abstrichs in ein Labor ist allerdings nicht notwendig, sodass das Testergebnis besonders schnell vorliegt. Allerdings sind Schnelltests aufgrund der fehlenden Laborauswertung etwas ungenauer als PCR-Tests aus dem Labor.

Sinnvoll sind PCR-Schnelltest daher insbesondere in Situationen, in denen schnell überprüft werden muss, ob eine Person infektiös ist. Sie sind etwa im Kontext eines Besuchs in einer Pflegeeinrichtung sinnvoll.

Der Antikörpertest

Antikörpertests sind nicht dazu geeignet, eine akute Corona-Infektion nachzuweisen. Stattdessen können sie die Reaktion des Immunsystems auf das Coronavirus erkennen. Das bedeutet: War eine Person in der Vergangenheit mit dem Virus infiziert, hat ihr Immunsystem Antikörper gebildet. Diese lassen sich für gewisse Zeit durch Antikörpertests nachweisen. Antikörpertests können dabei sowohl als Labor- sowie als Schnelltest durchgeführt werden.

Im Rahmen des Antikörper-Labortests wird eine Blutprobe in einem Labor auf Antikörper untersucht. Antikörper sind etwa zwei Wochen nach Symptombeginn aufgrund einer Infektion nachweisbar.

Antikörper-Schnelltest hingegen können selbst zu Hause durchgeführt werden. Zur Durchführung wird ein kleiner Blutstropfen in ein Test-Kit gegeben. Das Ergebnis des Tests liegt anschließend nach weniger als einer Stunde vor. Es gibt Aufschluss darüber, ob die getestete Person eine Corona-Infektion in jüngerer Vergangenheit (eventuell unbemerkt) durchgemacht hat. Ist das der Fall, erscheint es wahrscheinlich, dass sich die Person für einige Zeit nicht erneut mit dem Coronavirus infizieren kann.

Der Antigentest

Antigentests (oft kurz Corona-Schnelltests genannt) weisen nicht das Erbgut des Coronavirus, sondern bestimmte Protein nach, die ihm anhaften. Die Tests sind einfach durchzuführen und vom Prinzip her mit einem Schwangerschaftstest vergleichbar: Der von der zu testenden Person genommene Abstrich wird mit einer Pufferlösung zusammengebracht. Anschließend wird die gewonnene Lösung auf einen Teststreifen aufgebracht. In der Folge reagiert die Lösung mit dem Teststreifen. An der Reaktion lässt sich ablesen, ob eine Infektion vorliegt oder nicht. Das Ergebnis des Tests liegt schon nach kurzer Zeit (oft 15 Minuten) vor.

Aufgrund der kurzen Zeit bis zum Erhalt eines Ergebnisses eignen sich Antigentests zur „Vorsortierung“ vor einem PCR-Test. Wer unter Krankheitssymptomen leidet, kann durch den Antigentest schnell überprüfen lassen, ob eine Infektion vorliegt – und je nach Ergebnis entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Zu beachten ist aber, dass Antigentest im Vergleich zu PCR-Tests als weniger sicher erachtet werden. Dennoch werden Antigentest aber etwa im Rahmen der Nachweispflicht bei (Wieder-)Einreise in die Bundesrepublik Deutschland akzeptiert.

Symbolbild Selbsttest
Selbsttests ermöglichen es, einen Corona-Test zu Hause durchzuführen.

Der Corona-Selbsttest

Bereits seit Anfang 2021 besteht die Möglichkeit, einen Corona-Test selbst zu Hause durchzuführen. Entsprechende Selbsttest-Kits gibt es in Supermärkten, Drogerien und Apotheken. Bei den Selbsttests handelt es sich prinzipiell um Antigentests. Allerdings sind sie so einfach konzipiert, dass sie auch ohne medizinische Vorkenntnisse oder fremde Hilfe durchgeführt werden können. Insbesondere die Probenentnahme ist im Kontext der Selbsttests einfacher gestaltet und erfolgt im vorderen Bereich der Nase. Außerdem sind Selbsttests verfügbar, die eine Corona-Infektion anhand einer Speichelprobe nachweisen können.

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