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Wie kann Kleidung individualisiert werden?

Die Kleidungsindustrie hat es heute nicht einfach. Wer sich in diesem Bereich selbstständig machen möchte, muss einen Weg finden, aus der Masse herauszustechen und mit individueller Kleidung die Kunden zu begeistern. Aber wie funktioniert das überhaupt? Kleidung ist heute schon so vielseitig, dass es selbst Modebegeisterten schwerfällt, ohne Blick auf das Label herauszufinden, wer dahintersteht. Um sich auf dem Markt durchzusetzen, bleibt eigentlich nur, auf die beliebten Trends zu setzen - und diese möglichst früh zu erkennen - oder aber, eigene Ideen umzusetzen. Dieser Artikel schaut sich einmal an, wie das gelingen könnte.

Krawatten
Heute ist es gar nicht mehr so einfach, im Modemarkt aufzufallen. Welche Möglichkeiten existieren?

Besondere Schnitte

Manche Modelabels sind für ihre außergewöhnliche Optik bekannt. Sie mag sich auf die Farbe beziehen, die sich durch alle Linien zieht, sie kann auf Glitzer und Steinchen begründet sein oder einen besonderen Schnitt hervorheben. Wichtig ist nur, dass das Kernattribut stets vorhanden ist. Wer sich mit pinken Glitzersteinchen im Katzenmotiv einen Namen machte, sollte eben dieses Markenzeichen beibehalten. Und das funktioniert auch mit den besonderen Schnitten:

  • Asymmetrisch - sie sind mittlerweile gängig, doch lässt sich dieser Schnitt recht gut neu erfinden. Der Schnitt muss nicht unbedingt das Kleidungsstück selbst betreffen. Eine asymmetrisch geschnittene Hose lässt sich nun mal nicht tragen. Dafür kann ein Gründer aber hingehen und die Hose aus asymmetrisch geschnittenen Stoffteilen zusammensetzen, die letztendlich eine gewöhnliche Hose im »schiefen Look« ergibt. Diese Möglichkeit lässt sich auf die unterschiedlichsten Kleidungsstücke ausdehnen.
  • Mutig - wie wäre es mit einer gerade geschnittenen, gewollten »Hochwasser-«hose? Auch mit solchen Stücken können sich Unternehmer einen Namen machen, zumindest, wenn sie ein offenes und durchaus »verrücktes« Zielpublikum haben.
  • Sehr figurbetont - wer jetzt direkt an superschlanke Kunden denkt, darf umdenken. Unternehmen können sich durchaus mit sehr figurbetonter Kleidung an stabilere Kunden richten, wenn sie die Kleidung gleich mit integrierter Shapewear vertreiben.
  • Sehr leger - auch der gewollte und gestylte »Gammellock« ist keine schlechte Idee, um sich durchzusetzen.

Wie weit ein Unternehmen gehen kann, hängt natürlich von der Zielgruppe ab. Wer überwiegend auf konservative Kunden vertraut, muss sich freilich deren Ansprüchen anpassen. Für alle anderen gilt: Auch heute noch gibt es unendlich viele Nischen. Und so manche weiblichen Nerds haben mit ihren eigenen Labels Nischen gefunden, die es ihnen und anderen Frauen erlaubt, ihre nerdigen Leidenschaften auszuleben und dabei coole Klamotten zu tragen.

Besondere Materialien

Auch bezüglich der Materialien bietet sich ein großer Spielraum. Hier ist es wieder möglich, sich eine eigene Nische aufzubauen. Dabei muss das Material natürlich zum Unternehmen passen und sollte möglichst einer Philosophie entsprechen:

  • Natürlich - natürliche Materialien sind bei Kleidungsstücken weiterhin gefragt. Unternehmen können sich hier besonders positionieren und gleich noch weitere Grundsätze mit aufgreifen: Handarbeit, fairer Handel, umweltschonende Verarbeitung.
  • Allergiker - es gibt unzählige Menschen, die zwar tagtäglich Kleidung tragen, doch froh sind, wenn sie diese wieder los sind. Die Rede ist von Allergikern, die selbst bei reiner Baumwolle Ausschläge oder Juckreiz bekommen, weil die verwendeten Farben die Haut angreifen. Auch auf diesem Gebiet kann ein Unternehmen seine eigene Kleidung individualisieren.
  • Hochwertig - wer keine Besonderheiten wünscht, der kann sich mit besonders hochwertigen Stoffen oder Stoffmischungen einen Weg ins Kundenherz bahnen.

Viele dieser Wege bedeuten einen höheren Preis - in der Herstellung und im Verkauf. Dennoch können sich diese Optionen lohnen, da Hersteller schwieriger in der Masse untergehen und sich mit ihrer persönlichen Nische einen Namen machen.

Besondere Veredelung

Eine weitere Möglichkeit, mit individueller Kleidung herauszustechen, ist die Veredelung. Das können Stickereien sein, aufgebrachte Steinchen, Glitzer oder auch Logos und Schriftzüge. Unternehmen haben hier natürlich die Qual der Wahl. Bieten sie ihren Kunden die Kleidungsstücke schon fix und fertig mit individuellen Veredelungen im Shop an oder lassen sie ihren Kunden freie Hand? Ein Überblick:

  • Fertige Veredelung - der Hersteller selbst entscheidet nun über die Art der Veredelung und darüber, welche Motive genutzt werden. Hierbei kann er Kunden vorab mit in den Entscheidungsprozess einbinden, beispielsweise, indem in den sozialen Netzwerken Ideen gesammelt, vorgestellt und schließlich von allen gemeinsam abgestimmt wird. Wer seine Käufer wirklich einbinden möchte, kann einen Contest veranstalten, sodass jeder einen Vorschlag einreichen kann, über den die Gemeinschaft schließlich abstimmt.
  • Freie Veredelung - bei dieser Version gibt der Hersteller zwar das Kleidungsstück als solches vor, doch arbeitet er mit einem Anbieter zusammen, der auf Kundenwunsch einzelne Logos, Schriftzüge oder andere Veredelungsformen aufbringt. Der Kunde wählt nun im Shop des Herstellers ein Kleidungsstück aus und wählt im nächsten Schritt den Veredelungsprozess. Einer dieser Anbieter ist Magicdruck. Privatpersonen und Unternehmen können hier Veredelungen in Auftrag geben und über einen Konfigurator kreieren. So lassen sich Textilien nach den eigenen Wünschen besticken oder bedrucken. Bilder, Logos, Schriftzüge und vieles mehr sind möglich.

Wer mit einem solchen Anbieter zusammenarbeitet, kann natürlich besonders individuelle Kleidungsstücke anbieten und seine Käufer vollends begeistern. Immerhin kann sich der Kunde sein Lieblingsshirt im Nu selbst gestalten und erhält garantiert kein Stück von der Stange.

Unternehmen, die Kunden ein wenig einschränken wollen, beispielsweise hinsichtlich der Logos oder Schriftzüge, können freilich mit dem Veredler Absprachen treffen, sodass einzelne Schriftzüge nicht generiert werden können. Alternativ ist die Abstimmung über neue Motive und Logos in den sozialen Netzwerken immer eine gute Idee, wenn ein Hersteller die Oberhand behalten möchte, aber dennoch die Kunden mit in die Gestaltung einbeziehen will.

Hemden an der Stange
Kleidung lässt sich auch nachträglich individualisieren.

Fazit - Nische, ungewöhnlich oder kundenfreundlich

Die Kleidungsindustrie ist ein schwieriges Pflaster und wirklich auffallen funktioniert praktisch nur mit Stücken, die auf den Laufstegen getragen werden. Allerdings: Diese Kleider sind für Kunden schlichtweg nicht tragbar und nicht alltagstauglich. Dennoch gibt es Wege, aus der Masse herauszustechen und seine eigene Nische zum Königreich zu machen. Wer als kleines Label nun noch die Kunden mit in Prozesse einbindet und nach Gestaltungsideen fragt, ihnen die Möglichkeit zur freien Gestaltung bietet oder auch noch einen besonderen Stoff anpreist, der kann sich durchaus gegen die Konkurrenz behaupten.

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