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Wie is(s)t Deutschland 2016: So haben sich unsere Essgewohnheiten verändert

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Abendessen wird zur Hauptmahlzeit

Und noch etwas hat sich geändert: Das Abendessen ist zur wichtigsten Mahlzeit des Tages geworden – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen essen immer mehr Menschen abends warm, statt wie früher bei uns üblich das klassische Abendbrot mit Brot und Aufschnitt. Weil Frühstück und Mittagessen meist unter Zeitdruck stehen und knapper ausfallen, verlagert sich die Hauptmahlzeit gerade bei Berufstätigen in den Abend.

Gleichzeitig wächst die Bedeutung des Abendessens als geselliges Ereignis. "Geselligkeit" ist heute nach "Bequemlichkeit" und "Sattwerden" auch das dritthäufigste Motiv für einen Café- oder Restaurantbesuch. So essen wir heute zwar insgesamt nicht häufiger außer Haus als vor fünf Jahren. Wenn wir es tun, dann aber immer häufiger nicht wegen des leckeren Essens, sondern weil wir Begegnung und Austausch suchen.

Frau zwische Supermarktregalen
Ob ein Profukt fair produziert wurde, ist vielen Menschen heute wichtiger als früher.

Ethische Aspekte werden wichtiger

Aber auch das "Wie" wird wichtiger: Die Menschen in Deutschland beurteilen Qualität von Lebensmitteln längst nicht mehr nur nach Kriterien wie Frische und Geschmack. Zunehmend sind auch ethische, soziale und nachhaltige Aspekte bei der Erzeugung von Lebensmitteln wichtig. In der Studie folgten die ethischen Kriterien "artgerechte Tierhaltung" und "Verzicht auf Gentechnik" in der Rangliste direkt auf den Geschmack. Lebensmittelsicherheit und den Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe.

Auch soziale Kriterien wie fairer Handel gewinnen immer mehr an Bedeutung. Nachdem 2011 nur 16 Prozent der Deutschen bereit waren, für eine faire Bezahlung der Lieferanten auch selbst tiefer in die Taschen zu greifen, sind es heute schon 35 Prozent. "Es ist ein gutes Signal, dass Qualität in Deutschland differenzierter beurteilt wird und Verbraucher auch einen höheren Preis für qualitative Produkte akzeptieren", unterstreicht Guillaume-Grabisch. Ob ein Lebensmittel aus ökologischem Anbau stammt, scheint dagegen interessanterweise weniger wichtig zu sein: Das Kriterium "Bio oder nicht" landete nur auf Platz 17.

NPO, 25.01.2016
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