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Wie Fluglinien die Krise überstehen

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In die Wüste: Krisenmanagement der Airlines

Die großen Airlines haben auf die Krise reagiert, indem sie schon wenige Wochen nach den Attentaten ihre Kapazitäten heruntergefahren haben. Zahlreiche Maschinen wurden im trockenen Wüstenklima von Arizona geparkt und, vor Rost und Staub geschützt, vorübergehend aus dem Verkehr genommen. Der drastische Sparkurs betraf nicht nur die Maschinen, sondern bedeutete auch die Entlassung zahlreicher Mitarbeiter, vor allem in den USA. Die Deutsche Lufthansa musste zusätzlich hohe Personalkosten verkraften, nachdem ihre Piloten im Sommer eine deftige Gehaltserhöhung von rund 30 Prozent erstreikt hatten.

Analysten loben dennoch das Krisenmanagement der Lufthansa, die nach dem 11. September rasch ihre Kapazitäten reduzierte und ihre Mitarbeiter zu Zugeständnissen bewegte. Der gemeinsam getragene Sparkurs und das Effizienzsteigerungsprogramm D-Check haben Massenentlassungen bei der Kranich-Airline verhindert. Inzwischen bahnt sich bei den Passagierzahlen eine Entspannung an: Von den 43 Maschinen, die Lufthansa nach den Attentaten stillgelegt hatte, wurden im April zehn wieder in Betrieb genommen. Der Sommerflugplan weist sieben Prozent mehr Sitzplätze als der Winterplan aus, liegt aber immer noch rund zehn Prozent unter der Sitzplatzzahl des Vorjahres.

Trotz wieder steigender Passagierzahlen müssen die Airlines mit einem neuen Problem fertig werden ihre Fluggäste buchen kurzfristiger: Statt wie bisher im Schnitt sechs Wochen vorher buchen sie jetzt oft erst drei Wochen vor dem Flug. Zusätzlich reagieren die Passagiere sensibel auf neue Terrorwarnungen des FBI oder auf Anschläge wie in Djerba: Mit der Angst steigt auch die Zahl der kurzfristigen Stornierungen. Die Planung der Flugmanager, ohnehin schon unter Kostendruck, wird dadurch nicht einfacher.

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Nils Jacobsen
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