wissen.de
Total votes: 216
wissen.de Artikel

Was tun bei Winterdepressionen?

Fast überall können wir sie mittlerweile erwerben: Tageslichtlampen. Doch was ist dran an der sogenannten Lichttherapie? Hilft sie wirklich gegen Winterdepressionen oder ist das nur ein Irrglaube, den uns die Beleuchtungsindustrie weismachen will? Wir haben uns für Sie schlau gemacht und festgestellt: Es ist durchaus sinnvoll, die Lichttherapie im Kampf gegen die Winterdepression einzusetzen.

 

Winterlandschaft im Dämmerlicht
Winterlandschaft im Dämmerlicht

Die Tage werden zwar schon wieder länger, aber noch stecken wir mitten drin in der dunklen Jahreszeit. Vielen schlägt das aufs Gemüt. Sie fühlen sich matt und niedergeschlagen, sind ständig müde und kommen morgens nur schlecht aus den Federn. Der sogenannte Winterblues galt lange als normales Stimmungstief, wie es eben zum Leben dazugehört. Doch mittlerweile wissen wir, dass die winterliche Niedergeschlagenheit auch klinisch relevante Ausmaße annehmen kann. Die saisonal abhängige Depression gilt heutzutage als Krankheit. Jedoch sind die Übergänge von einer "schlechten Phase" zu einer ausgewachsenen Winterdepression fließend und selbst für Spezialisten nicht immer leicht zu erkennen. Letztendlich sind es Fragen wie: Wie stark sind die Beschwerden? Wie lange halten sie an? Und: Kehren sie regelmäßig wieder?, die über die Diagnose entscheiden.

Depression durch Mangel an Licht

Wieso schlägt uns die dunkle Jahreszeit eigentlich so auf das Gemüt? Der Mangel an Tageslicht - das ist der Auslöser der Winterdepression. Unser Hormonhaushalt gerät aus dem Gleichgewicht. Das Schlafhormon Melatonin, das dafür sorgt, dass wir abends müde sind damit wir einschlafen können, wird bei Dunkelheit ausgeschüttet. Durch die langen Nächte im Winter wird Melatonin für längere Zeit ausgeschüttet. Die Betroffenen kommen entweder morgens nicht aus dem Bett oder sie schlafen abends schon früh erschöpft ein. Auf der anderen Seite sinkt der Pegel des Glückshormons Serotonin in der dunklen Jahreszeit auf seinen Tiefststand. Zudem verweilt dieses Glückshormon im Dunkeln sehr viel kürzer an seinem Wirkort, dem synaptischen Spalt. Wir sind in den grauen Wintermonaten also müder und weniger glücklich als in strahlenden Sommermonaten. Und das merken wir auch.

Doch was können Betroffene tun, um die Symptome zu mildern? Als hilfreich haben sich sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer herausgestellt. Diese verhindern, dass das Glückshormon vorschnell wieder aus dem synaptischen Spalt entfernt wird. Es kann also seine glücklich-machende Wirkung länger entfalten. Ist der Griff zur Pille jedoch wirklich nötig? Bereits seit 20 Jahren kommt die Lichttherapie bei der Winterdepression zum Einsatz. Und sie gilt im Vergleich zur medikamentösen Therapie sogar als gleichwertig.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
KEL
Total votes: 216