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Warten bis der Arzt kommt

Die sicherste WM-Taktik für den Bierholer

Welcher Couch-Fußballexperte kennt das Problem nicht? Das Spiel läuft, aber die Biervorräte in Reichweite gehen zur Neige. Für diesen Fall haben Sportwissenschaftler von der Universität Augsburg und der TU München die sicherste WM-Taktik ausgeknobelt: Warten bis der Arzt kommt!

Niemals beim Elfmeter Bier holen

In einer Untersuchung zu Spielunterbrechungen im WM-Fußball fanden die Mitarbeiter um den Trainingswissenschaftler und Sportinformatiker Prof. Dr. Martin Lames heraus, dass eine Verletzungsunterbrechung durchschnittlich 66 Sekunden dauert. Hinreichend Zeit also, um die Getränkevorräte wieder aufzufüllen, während der Schiedsrichter Ärzte und Betreuer aufs Spiefeld winkt.

Zwei weitere taktische Überlegungen sind wichtig: Erstens, man kann mit circa vier solcher Verletzungspausen pro Spiel rechnen, was hinreichend viel Gelegenheit bietet. Zudem häufen sich Verletzungsunterbrechungen zum Ende der Begegnungen, also genau zum richtigen Zeitpunkt - gegen Ende des Spiels ist das meiste Bier bereits in der Blase angelangt und eine Pinkelpause dringend nötig.

Zweitens, in der Regel verpasst man während einer Verletzungspause keine wichtigen Entwicklungen, selbst wenn der Verletzte schneller als erwartet versorgt wird oder der Bierholer viel zu lange braucht, um sich zwischen Pils und Weizen zu entscheiden. Ganz anders sieht das bei Unterbrechungen durch Elfmeter aus, die zwar im Durchschnitt etwas länger dauern (69 Sekunden). Doch nur Bierholer-Anfänger nutzen eine Elfmeterunterbrechung - und werden häufig genug an der Kühlschranktür vom Torschrei eingeholt.

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von Karsten Görsdorf, Institut für Spieleanalyse
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