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Vive la France!

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Der Achtelfinal-Knüller zwischen Argentinien und England (6:5 n.E.) sollte die Bühne für einen aufstrebenden Jungstar werden: Das Tor des 18-jährigen Michael Owen nach einem Solo über den halben Platz war einer der schönsten Treffer des Turniers. Für eine Premiere der anderen Art sorgte Laurent Blanc: Mit seinem Tor zum 2:1 in der 113. Minute im Achtelfinale gegen Paraguay markierte der Franzose das erste (und bislang letzte) "Golden Goal" in der WM-Geschichte und sicherte sich so unvergänglichen Ruhm. Reichlich Mitleid ernteten dagegen die Italiener im Viertelfinale, als sie zum Dritten Mal nach 1990 und 1994 bei der Elfmeterlotterie die Niete zogen: Beim 3:4 n.E. (0:0) gegen Frankreich versagten diesmal Albertini und Di Biagio die Nerven.

Bis ins Halbfinale kam die Überraschungsmannschaft des Turniers. Bei der ersten WM-Teilnahme Kroatiens nach der Teilung des ehemaligen Jugoslawien erwies sich einzig der spätere Weltmeister Frankreich (1:2) als eine Nummer zu groß. Anschließend durften die Mannen von Trainer Miroslav Blazevic nach dem Spiel gegen Holland (2:1) einen verdienten 3. Platz feiern dazu holte sich der 30-jährige Davor Suker mit insgesamt sechs Treffern die Torjägerkrone.

Hintergrund

Zum zweiten Mal in Folge war das Viertelfinale Endstation für die deutsche Nationalelf. Dabei startete der amtierende Europameister nach den Begegnungen gegen Jugoslawien (2:2), Iran (2:0) und USA (2:0) durchaus erfolgreich ins Turnier. Auch im Achtelfinale gegen Mexiko konnte ein Rückstand dank einer vorbildlichen kämpferischen Einstellung in einen 2:1-Sieg umgewandelt werden. Das Turnier-Ende für die Schützlinge von Berti Vogts zeichnete sich mit dem Platzverweis für Christian Wörns im Viertelfinale gegen Kroatien ab. Dabei hatte Deutschland bis zu diesem Zeitpunkt seine beste Turnierleistung geboten. Was folgte, war eine 0:3 Demontage und die höchste WM-Niederlage seit 1958 (3:6 gegen Frankreich). Als Grund wurde u.a. das hohe Durchschnittsalter (29,8) der Mannschaft angeführt viele Leistungsträger (u.a. Thon, Köpke, Kohler, Helmer, Klinsmann, Kirsten) waren schon jenseits der 30. Als gegen die USA ein Team mit einem Altersdurchschnitt von über 30 Jahren auflief, titelte eine Sportzeitung "Jurassic-Park im Prinzenpark". Lothar Matthäus wurde im reifen Fußballalter von 37 Jahren durch seine Einwechslung gegen Jugoslawien mit seinem mittlerweile 22. Einsatz Rekord-WM-Spieler und sorgte somit wenigstens für ein Highlight aus deutscher Sicht. Für einen negativen Höhepunkt abseits des sportlichen Geschehens waren brutale deutsche Hooligans verantwortlich: Am 21. Juni schlugen sie in Lens den Gendarmen Daniel Nivel mit einer Eisenstange bewusstlos, der 44-jährige Familienvater erlitt dabei irreparable Hirnschäden.

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