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Yosemite Nationalpark

Amerika - das sind weite Landschaften, an denen man sich kaum satt sehen kann. Zum Beispiel in Kalifornien.Der Yosemite National Park liegt nur wenige Hundert Kilometer von San Francisco entfernt. Er gehört zu den ältesten Naturschutzgebieten der USA und wurde zum Unesco Weltnaturerbe erklärt; nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch wegen seiner großen Artenvielfalt. Die eigentliche Hauptattraktion aber sind die Schwarzbären. Die hier im Westen Amerikas schwarzes Fell haben. Im Herbst ziehen sie aus den Bergen ins Tal, um sich mit Waldfrüchten, Eicheln und Bucheckern eine Fettschicht für den Winter anzufuttern. Für die Besucher ist das die Zeit der großen Fotomotive. Besonders die kleinen Bären machen es ihnen leicht, denn sie sind neugierig und erkunden das Terrain - während Mama sich um die Verpflegung kümmert. Die Bären in den kalifornischen National Parks werden immer zutraulicher. Denn der Mensch lockt sie durch Essensreste an, die leichtfertig in Autos oder Mülleimern herum liegen.  Immer öfter stellen deshalb die Bären ihre Futtersuche ein und bedienen sich an den Lunchpaketen der Besucher. Van Bailey, Bauarbeiter: "Die Besucher wollen nur eins, Bären sehen und fotografieren. Wenn sie dann endlich einen zu Gesicht bekommen, locken sie ihn an, statt ihn zu verjagen. Also kommen die Bären immer wieder. Ich hingegen lasse sie nur ihren Bärenkram machen, die futtern Eicheln und ich geh meiner Wege. Aber im Sommer, wenn hier richtig was los ist, kümmern sich die Bären nicht mehr um Eicheln, dann sind die nur noch auf eins aus: Picknick-Körbe der Besucher. He Leute, Vorsicht, geht mal zur Seite, Okay? Die sind alle glücklich, die haben Bären gesehen." Der Arbeitstag von Ranger Madison beginnt um 8 Uhr abends. Wieder einmal wird er sich die Nacht um die Ohren schlagen, um zu verhindern, dass Bären in die Campingplätze eindringen und dort nach Essbarem suchen. Besucher werden zwar angehalten, Lebensmittel nicht offen herumliegen zu lassen, Bär-sichere Metallboxen haben die Mülleimer ersetzt - aber unachtsame Camper gibt es immer wieder. Die Bären gewöhnen sich an diese Art der Futterbeschaffung und verlieren ihre natürliche Scheu vor dem Menschen. Damit werden sie zur Gefahr, denn ein Bär, der ein Sandwich will, geht zum Angriff über. In solch einer Situation müssen die Ranger das aggressive Tier erschießen. Joe Madison, Ranger: "Ich liebe Bären, glauben sie mir, wir machen das alles nur für die Bären, nicht für die Besucher. Die Leute hier glauben immer, wir würden sie vor den Bären beschützen, aber es ist genau umgekehrt. Wir schützen die Bären vor den Besuchern." Deshalb bereiten die Ranger auch spezielle Bärenfallen vor. Erdnussbutter und Kakaopulver dienen als Lockspeise. Tappt ein Schwarzbär in die Falle, bekommt er einen Minisender verpasst. Damit kann er zukünftig auf Schritt und Tritt beobachtet werden. "Wir hängen den Köder hinten in die Falle, dann kriecht der Bär hier vorne rein und wenn er sich den Köder hinten schnappt, fällt die Tür ins Schloss." Die Besucher bringen sich derweil - wie jeden Abend - in Position. Sie wollen die legendärsten Kletterberge der Welt im Abendlicht fotografieren. Der berühmteste Gipfel dabei ist der Half Dome. Dank der Ranger wird es im Yosemite Nationalpark auch heute sicher ein Bären-freier  Abend werden.

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